[{"content":" Nachhaltigkeit auf der Makroebene 🚁 Unternehmerische Nachhaltigkeit Hirnfürze 🧠💨 aber hier findet ihr auch detailiertere Unterteilungen\nListe aller Kategorien: # ","date":"21 November 2024","externalUrl":null,"permalink":"/categories/","section":"Hier schreibe ich vor allem über drei Themen 📝:","summary":"","title":"Hier schreibe ich vor allem über drei Themen 📝:","type":"categories"},{"content":"Manchmal kommen mir plötzlich Gedanken in den Kopf. Manche bemerke ich kaum, andere finde ich interessant und sie bleiben eine Weile. Ich nenne diese Gedanken \u0026ldquo;Hirnfürze\u0026rdquo;. Ähnlich wie bei echten Fürzen gibt es auch bei Hirnfürzen große Unterschiede: Manche sind laut und kurz, andere eher leise und anhaltend, und wieder andere hängen zusammen 😂.\n","date":"21 November 2024","externalUrl":null,"permalink":"/categories/hirnfurz/","section":"Hier schreibe ich vor allem über drei Themen 📝:","summary":"","title":"Hirnfurz","type":"categories"},{"content":" TLDR # Ich finde es toll, zu lesen und Neues zu lernen, aber häufig blieb schon nach ein paar Tagen kaum noch etwas Konkretes hängen. Nach viel Try and Error habe ich einen Prozess entwickelt, der mir hilft, Informationen die ich spannend finde besser zu behalten und gleichzeitig mehr Spaß dabei zu haben. Vielleicht geht es euch ja ähnlich, und ihr sucht nach Wegen, das Gelernte langfristig zu verankern. Hier sind die sechs Schritte, die mir dabei helfen:\nMit klaren Fragen im Kopf lesen Wichtige Stellen mit Readwise markieren Tägliche Reviews machen und Notizen in Obsidian sammeln \u0026ldquo;Atomic Notes\u0026rdquo; für einzelne Gedanken erstellen Notizen in Anki-Karten umwandeln Mit Anki-Karten lernen und wiederholen Ahoi! Wenn ihr wie ich gerne lest, um Neues zu lernen oder euer Wissen zu vertiefen aber schon nach wenigen Tagen dich nur noch sehr wenig konkretes erinnern kannst, dann könnte dieser Beitrag spannend für euch sein.\nIch liebe es zu lesen! Egal ob zur Unterhaltung oder um mein Wissen zu erweitern. Doch während ich beim Lesen zur Unterhaltung keine großen Ansprüche habe, sieht das beim Lernen ganz anders aus. Seit meiner Schulzeit war ich oft unzufrieden mit meiner Fähigkeit, Informationen aus Texten zu behalten. Ich war langsamer als meine Mitschüler und konnte weniger aus den Texten mitnehmen. Auch im Studium änderte sich das nicht wirklich. Die Texte waren oft lang und kompliziert geschrieben (ja, ich rede von dir, deutsche Soziologie!). Also dachte ich mir, ich muss schneller werden. Ich habe einige Speed-Reading-Kurse ausprobiert, aber die waren nicht wirklich erfolgreich. Dies hat mich insgesamt ziemlich frustriert.\nWas mir jedoch wirklich geholfen hat, und vor allem den Spaß beim Lesen und Lernen massiv erhöht hat, war ein Umdenken: Nicht schneller lesen, sondern besser behalten - auf lange Sicht! Das Buch \u0026ldquo;Smart Notetaking\u0026rdquo; zu lesen, hat mir die Augen geöffnet. Für mich geht es darum, das Gelesene aktiv in mein bestehendes Wissen zu integrieren und so konkret wie möglich zu behalten. Hier ist mein Prozess im Detail:\nDer Lese (und Lern) Prozess # Schritt 1: Lesen Mit Fragen Im Kopf # Bevor ich mit dem Lesen beginne, überlege ich mir eine oder mehrere Fragen, die ich durch den Text beantworten möchte. Diese Fragen helfen mir, den Fokus zu behalten und gezielter nach Informationen zu suchen, die für mich relevant sind.\nSchritt 2: Markieren Mit Readwise # Während des Lesens markiere ich wichtige Passagen mit Readwise. Hierbei möchte ich zwei Dinge anmerken:\nHervorheben ist nicht die effektivste Lerntechnik: Laut einer Meta-Studie von John Dunlosky et al. (alle Verweise auf die Effizienz von Lerntechnicken basieren auf dieser Studie) ist das Hervorheben von Texten keine besonders effiziente Methode, um Informationen zu behalten. Meine persönliche Erfahrung bestätigt das – leider habe ich so meine Studien bestritten. NAJA… Umfangreiches Markieren: Anders als in der Schule oder Uni gelernt markiere ich nicht nur Stichworte oder Kernaussagen, sondern so viel, dass ich die Aussage auch später ohne Kontext verstehen kann. Warum das wichtig ist, erkläre ich im nächsten Schritt. Schritt 3: Tägliche Reviews Und Notizen in Obsidian # Nach dem Markieren passieren zwei Dinge unabhängig voneinander:\nTägliche Reviews mit Readwise: Fast täglich nutze ich die Funktion von Readwise, die mir einige meiner Markierungen erneut präsentiert. Diese \u0026ldquo;Daily Reviews\u0026rdquo; kombinieren zwei Lerntechniken: das wiederholte Lesen (wenig effektiv) und das zeitlich verteilte Wiederholen (sehr effektiv). So werde ich immer wieder an wichtige Passagen erinnert. Integration in Obsidian: Alle Markierungen werden dank Readwise automatisch in Obsidian importiert, wo für jeden gelesenen Text eine Notiz mit allen Highlights erstellt wird. Hier ist es wichtig, dass die markierten Stellen so umfangreich sind, dass sie den Gedanken verständlich wiedergeben. Das hilft sowohl bei den Readwise-Reviews als auch im nächsten Schritt. Schritt 4: Erstellen Von Atomic Notes # Nachdem die Notiz in Obsidian erstellt wurde, gehe ich sie durch und erstelle für alle spannenden Markierungen oder Kombinationen daraus sogenannte \u0026ldquo;Atomic Notes\u0026rdquo;. Diese Notizen enthalten jeweils(so der Plan - geht nicht immer auf…) nur einen Gedanken. Wenn es mehrere zusammenhängende Gedanken gibt, werden sie (später) auf mehrere Notizen aufgeteilt und miteinander verlinkt.\nQA-Style: Jede dieser Notizen ist im Frage-Antwort-Stil strukturiert. Ich formuliere eine Frage, die mit der Markierung beantwortet werden kann, und formuliere den Inhalt der Markierung so um, dass sie die Frage beantwortet. Falls ich beim Antworten feststelle, dass die Frage zu unspezifisch ist, verbessere ich die Formulierung. Schritt 5: Anki-Karten Erstellen # Mit der Zeit sammeln sich viele Notizen an, und dank meines \u0026ldquo;Sieb-Gehirns\u0026rdquo; vergesse ich schnell, was ich aufgeschrieben habe Dann bleibt häufig nur hängen: Darüber habe ich schonmal was gelesen … mehr Information gibt mir dann mein Hirn nicht. Hier kommt Anki ins Spiel:\nAnki als digitales Karteikartensystem: Jede Notiz im QA-Style wird in Anki als Karteikarten erstellt. Die Frage wird zur Kartenvorderseite und die Antwort zur Kartenrückseite. Die Karten werden von Anki basierend auf einem Algorithmus in regelmäßigen Abständen angezeigt. Wer sich für den Algorithmus Interessiert - der_dem sei das subreddit r/Anki empfohlen. Diese Anki kombiniert die effektivsten Lernmethoden: den Praxistest (Karteikarten) und die zeitlich verschobene Wiederholung (Spaced Repetition).\nAutomatisierung mit Python: Ich bin faul… daher habe ich ein kleines Python-Skript geschrieben welches die Notizen in Anki überträgt. Es durchsucht alle Dateien in Obsidian nach einem bestimmten tag (bei mir \u0026ldquo;permanent_note\u0026rdquo;) und erstellt Anki-Karten aus den QA-Notizen.\nIntegration und Nutzung: Jedes Mal, wenn ich Anki (am PC) öffne, wird das Skript ausgeführt und alle neuen QA-Notizen werden als Anki-Karten übertragen. So habe ich immer neue Karten auf allen Geräten und kann sie jederzeit in der Umgebung von Anki wiederholen. Ein Link zur Obsidian-Datei ist ebenfalls enthalten, falls ich den Kontext der Notiz noch einmal genauer anschauen oder anpassen möchte.\nSchritt 6: Anki-Karten Lernen: # Der letzte Schritt besteht darin, 5-15 Minuten (je nach Lust, Laune und Zeit) die von Anki angezeigten Karten durchzugehen. Je nachdem, wie leicht oder richtig mir die Antwort gefallen ist, verändert sich das Intervall, wann mir die Karte wieder angezeigt wird.\nEin Konkretes Beispiel # Damit der Prozess nicht so generisch ist, hier ein konkretes Beispiel von einem Text welchen ich kürzlich gelesen habe:\n(PS: Hannah Ritchy - beste Frau!! ich bin Fan Boy, große Empfehlung ist ihr Buch https://www.nottheendoftheworld.co.uk/)\nSchritt 1: Lesen mit Frage im Kopf: Meine Frage war \u0026ldquo;Wieso ist es der Prozess wie KlimaZiele erreicht werden wichtig\u0026rdquo; Während des Lesens habe ich verschiedene Passagen gefunden, die ich besonders spannend fand. Eine dieser Passagen war:\nSchritt 2 Markieren: Ich habe diese Passage hervorgehoben und weitergelesen. Schritt 3 Tägliche Reviews Diese markierten Passagen tauchen nun in unregelmäßigen Abständen in meinem täglichen Readwise-Review auf, wie hier zu sehen: Schritt 3 Obsidian Notiz Gleichzeitig importiert meine Notiz-App Obsidian automatisch alle Markierungen aus dem Artikel. Das sieht dann ungefähr so aus: Hier seht ihr die im Reader hervorgehobene Passage (Zeile 17 mit dem blauen Balken).\nSchritt 4 Erstellen von Atomic Notes: Beim Durchsehen der Inhalte fand ich diese Passage immer noch so spannend, dass ich dazu eine eigenständige Notiz verfasst habe. Diese trägt den Titel: \u0026ldquo;CO2 Budget is a question of \u0026lsquo;area\u0026rsquo; (process) not of \u0026lsquo;point\u0026rsquo; (goal)\u0026rdquo; und sieht so aus: Schritt 5 Anki-Karten Erstellen: Diese Notiz wird dann von meinem Skript aufgenommen und in eine Anki-Karte umgewandelt: Schritt 6 Anki-Karten Lernen Hier ist die Antwort auf der Rückseite der Karte. Da ich die Antwort noch ziemlich gut wiedergeben konnte, drücke ich auf \u0026ldquo;Good\u0026rdquo; und in vier Tagen wird mir die Karte erneut angezeigt. Fazit # Das ist mein Lese-Prozess! Er ist das Ergebnis von viel Ausprobieren und wird sich sicherlich noch weiterentwickeln. Aber er hilft mir, das Gelesene nicht nur zu verstehen, sondern auch aktiv in mein Wissen zu integrieren.\nEs geht mir nicht darum, dass ihr diesen Prozess eins zu eins übernehmt. Vielmehr hoffe ich, dass er euch inspiriert, über eure eigenen Lese- und Lerngewohnheiten nachzudenken. Wenn dieser Beitrag euch dazu anregt, neue Ansätze zu entdecken, die für euch funktionieren, dann bin ich sehr zufrieden!\n","date":"21 November 2024","externalUrl":null,"permalink":"/posts/2024-11-21_mein_lese_lern_prozess/","section":"Posts","summary":"Entdecke meinen sechsstufigen Lese- und Lernprozess, der Informationen langfristig verankert und die Freude am Lernen steigert.","title":"Mehr aus Texten herausholen und dabei Spaß haben - Mein Lese und Lern Prozess","type":"posts"},{"content":"","date":"21 November 2024","externalUrl":null,"permalink":"/posts/","section":"Posts","summary":"","title":"Posts","type":"posts"},{"content":"Mein so einzigartige Perspektive auf Selbstmanagement 🤙 und damit die Rechtfertigung, auf den seit Monaten/Jahren abgefahrenen Hype-Thema Zug der Produktivität aufzuspringen 😂\n","date":"21 November 2024","externalUrl":null,"permalink":"/categories/productivity/","section":"Hier schreibe ich vor allem über drei Themen 📝:","summary":"","title":"Produktivität","type":"categories"},{"content":"","date":"21 November 2024","externalUrl":null,"permalink":"/","section":"Willkommen auf meinem Blog! 👋","summary":"","title":"Willkommen auf meinem Blog! 👋","type":"page"},{"content":" TL;DR # Ich nutze GitHub Actions, um meine Hugo-Website automatisch zu bauen und mit rclone zu deployen. Der Workflow umfasst das Einrichten von Hugo, das Optimieren von CSS und JavaScript mit Webpack und PurgeCSS und das Hochladen der generierten Dateien auf den Webserver via SFTP mit rclone. Das spart Zeit und erhöht die Flexibilität, mit der ich Inhalte auf meiner Webseite erstellen und bearbeiten kann.\nWie ich meine Hugo-Website ohne lokale Kommandozeile mit GitHub Actions bereitstelle # Mit GitHub Actions kann ich meine Hugo-Website automatisch generieren und auf den Server laden. Das Ganze ist super praktisch und spart mir eine Menge Zeit. Wieso und wie ich das mit GitHub Actions mache, ist das Thema dieses Beitrags.\nWarum GitHub Actions? # Ich verwende Hugo, um diese Website zu erstellen. Während es viele Anleitungen gibt, wie man Hugo-Webseiten erstellt und jedes Theme auch eine mehr oder weniger umfassende Anleitung hat, wie es zu benutzen ist, gibt es leider sehr unterschiedliche Informationen darüber, wie man die generierten Dateien auf den Server bekommt, auf dem die Seite gehostet ist. Das liegt sicherlich daran, dass es dafür einfach sehr viele Möglichkeiten gibt.\nIch wollte diesen Prozess möglichst automatisieren. Da man für Hugo sowieso eine lokale Maschine mit Kommandozeile braucht, war die Wahl recht einfach: in der Kommandozeile bleiben und nachdem die Seite generiert wurde, mit rclone die Dateien auf den Webserver senden.\nMobil und flexibel # Soweit so gut, aber ich wollte auch Beiträge nicht nur von meiner lokalen Maschine, auf der Hugo, Git und rclone installiert sind, erstellen, sondern auch, wenn ich mal an einem anderen Gerät bin, z.B. einem Tablet – das nicht mal eine Kommandozeile hat (was sehr schade ist, by the way).\nWas tun? Mit Googles Hilfe bin ich auf diesen Blogeintrag gestoßen: Hugo Deploy Static Page Using GitHub Actions. Auf dessen Basis und mit der Hilfe von OpenAI habe ich mir folgende GitHub Action (Einführung in GitHub Actions) erstellt, welche, wenn ich Dateien in meinem Git-Repository verändere, automatisch die neue Version erstellt und auf den Host-Server lädt.\nSo kann ich nicht nur meine Inhalte mobil von anderen Geräten hochladen oder verändern, sondern ich spare mir auch jedes Mal, wenn ich etwas erstelle oder anpasse, die wiederholte Ausführung mehrerer Befehle in der Kommandozeile.\nHier das komplette skript, im folgenden werden die einzelnen Schritte erläutert:\nname: HUGO-Website-Build-and-Deploy on: workflow_dispatch: push: branches: - main jobs: build: name: Build Hugo Page runs-on: ubuntu-latest steps: - name: 🛒 Checkout uses: actions/checkout@v3 - name: ✨ Setup Hugo uses: peaceiris/actions-hugo@v2 with: hugo-version: \u0026#34;0.128.2\u0026#34; - name: Download blowfish-theme run: | git submodule update --init --recursive - name: 🛠️ Build with Hugo Pipes run: | hugo --gc --minify - name: Install Node.js uses: actions/setup-node@v3 with: node-version: \u0026#39;16\u0026#39; - name: Install PurgeCSS and Webpack run: | npm install purgecss-webpack-plugin webpack webpack-cli glob style-loader css-loader - name: Create Webpack Config run: | echo \u0026#34;const path = require(\u0026#39;path\u0026#39;);\u0026#34; \u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34;const { PurgeCSSPlugin } = require(\u0026#39;purgecss-webpack-plugin\u0026#39;);\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34;const glob = require(\u0026#39;glob\u0026#39;);\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34;module.exports = {\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; entry: \u0026#39;./src/index.js\u0026#39;,\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; output: {\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; filename: \u0026#39;bundle.js\u0026#39;,\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; path: path.resolve(__dirname, \u0026#39;public/js\u0026#39;)\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; },\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; module: {\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; rules: [\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; {\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; test: /\\.css$/,\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; use: [\u0026#39;style-loader\u0026#39;, \u0026#39;css-loader\u0026#39;]\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; }\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; ]\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; },\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; plugins: [\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; new PurgeCSSPlugin({\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; paths: glob.sync(\\`\\${path.join(__dirname, \u0026#39;public\u0026#39;)}/**/*\\`, { nodir: true }),\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; })\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; ],\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; optimization: {\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; usedExports: true,\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; }\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34;};\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js - name: Create Dummy JS Entry Point run: | mkdir -p src echo \u0026#34;console.log(\u0026#39;Hello, world!\u0026#39;);\u0026#34; \u0026gt; src/index.js - name: Run Webpack run: | npx webpack --mode production - name: Set up rclone run: | sudo -v ; curl https://rclone.org/install.sh | sudo bash echo \u0026#34;${{ secrets.RCLONE_CONFIG }}\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; rclone.conf chmod 600 rclone.conf mkdir -p $HOME/.config/rclone/ mv rclone.conf $HOME/.config/rclone/ rclone version - name: Sync files via SFTP run: | rclone sync public/ web-ripert:es GitHub Action: HUGO-Website-Build-and-Deployes # Diese GitHub Action wird auf zwei Arten ausgelöst:\nManuell: Über workflow_dispatch kann ich den Workflow jederzeit manuell starten. Automatisch: Bei jedem Push auf den main Branch wird der Workflow automatisch ausgeführt. Jobs und Schritte # Der Workflow läuft auf einem ubuntu-latest Betriebssystem und führt mehrere Schritte aus, um die Website zu bauen und zu deployen.\n🛒 Checkout # Zuerst wird der Code aus dem Repository ausgecheckt:\n- name: 🛒 Checkout uses: actions/checkout@v3 ✨ Setup Hugo # Dann wird Hugo eingerichtet:\n- name: ✨ Setup Hugo uses: peaceiris/actions-hugo@v2 with: hugo-version: \u0026#34;0.128.2\u0026#34; Download Blowfish Theme # Falls ihr ein Theme als Submodul verwendet, wird dieses hier aktualisiert:\n- name: update theme run: | git submodule update --init --recursive 🛠️ Build with Hugo Pipes # Jetzt wird die Website mit Hugo gebaut, inklusive Garbage Collection und Minifizierung:\n- name: 🛠️ Build with Hugo Pipes run: | hugo --gc --minify Optimierung mit Webpack und PurgeCSS – Optional! # Diese Schritte können ausgelassen werden, dann wird das Skript schlanker. Ich verwende Webpack und PurgeCSS, um die CSS und JavaScript vom verwendeten Theme zu optimieren. Dies habe ich erst kürzlich hinzugefügt, um den Energieverbrauch meines Blogs zu reduzieren (Spoiler für einen folgenden Blogbeitrag).\nInstall Node.js # Um Webpack und PurgeCSS zu nutzen, brauchen wir Node.js:\n- name: Install Node.js uses: actions/setup-node@v3 with: node-version: \u0026#39;16\u0026#39; Install PurgeCSS and Webpack # Dann installieren wir die nötigen Pakete:\n- name: Install PurgeCSS and Webpack run: | npm install purgecss-webpack-plugin webpack webpack-cli glob style-loader css-loader Create Webpack Config # Hier erstellen wir die Webpack-Konfigurationsdatei:\n- name: Create Webpack Config run: | echo \u0026#34;const path = require(\u0026#39;path\u0026#39;);\u0026#34; \u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34;const { PurgeCSSPlugin } = require(\u0026#39;purgecss-webpack-plugin\u0026#39;);\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34;const glob = require(\u0026#39;glob\u0026#39;);\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34;module.exports = {\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; entry: \u0026#39;./src/index.js\u0026#39;,\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; output: {\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; filename: \u0026#39;bundle.js\u0026#39;,\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; path: path.resolve(__dirname, \u0026#39;public/js\u0026#39;)\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; },\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; module: {\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; rules: [\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; {\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; test: /\\.css$/,\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; use: [\u0026#39;style-loader\u0026#39;, \u0026#39;css-loader\u0026#39;]\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; }\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; ]\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; },\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; plugins: [\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; new PurgeCSSPlugin({\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; paths: glob.sync(\\`\\${path.join(__dirname, \u0026#39;public\u0026#39;)}/**/*\\`, { nodir: true }),\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; })\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; ],\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; optimization: {\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; usedExports: true,\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34; }\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js echo \u0026#34;};\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; webpack.config.js Create Dummy JS Entry Point # Wir brauchen auch einen Dummy-JavaScript-Einstiegspunkt:\n- name: Create Dummy JS Entry Point run: | mkdir -p src echo \u0026#34;console.log(\u0026#39;Hello, world!\u0026#39;);\u0026#34; \u0026gt; src/index.js Run Webpack # Jetzt führen wir Webpack im Produktionsmodus aus:\n- name: Run Webpack run: | npx webpack --mode production Deployment mit rclone # Dies ist der letzte Schritt. Ich verwende rclone, um die generierten und optimierten Dateien auf den Webserver zu laden.\nSet up rclone # Wir richten rclone ein, um die Dateien auf den Webserver zu übertragen:\n- name: Set up rclone run: | sudo -v ; curl https://rclone.org/install.sh | sudo bash echo \u0026#34;${{ secrets.RCLONE_CONFIG }}\u0026#34; \u0026gt;\u0026gt; rclone.conf chmod 600 rclone.conf mkdir -p $HOME/.config/rclone/ mv rclone.conf $HOME/.config/rclone/ rclone version Das RCLONE_CONFIG Secret ist wie folgt strukturiert:\n[web-ripert] type = sftp host = sftp.example.com user = myusername port = 22 pass = mypassword Sync Files via SFTP # Zum Schluss synchronisieren wir die generierten Dateien, welche im Verzeichnis public liegen, mit dem Webserver:\n- name: Sync files via SFTP run: | rclone sync public/ web-ripert: Zusammenfassung # Mit diesem GitHub Action Workflow baue und deploye ich meine Hugo-Website automatisch. Hier sind die drei wichtigsten Punkte:\nAutomatisierung: Der Workflow wird bei jedem Push auf den main Branch oder manuell ausgelöst. Optimierung: Webpack und PurgeCSS sorgen für optimierte und schnelle Ladezeiten. Flexibilität: Die Inhalte können von überall bearbeitet und erstellt werden, es ist nur noch der GitHub Zugang erforderlich. ","date":"31 August 2024","externalUrl":null,"permalink":"/posts/2024-08-31_how-to-build-and-doploy-hugo-pages-with-github-actions/","section":"Posts","summary":"","title":"Wie ich meine Hugo-Website ohne lokale Kommandozeile mit GitHub Actions bereitstelle","type":"posts"},{"content":" Dieser Beitrag ist ein Repost des Originalartikels, welHen ich am 1. August im Rahmen meiner Arbeit hier veröffentlicht habe. TLDR: # Ohne ESG-Datenmanagement ist es unmöglich, die Einhaltung von Vorschriften zu gewährleisten oder die Nachhaltigkeitsleistung zu verbessern. Um ein funktionales ESG-Datenmanagementsystem zu erreichen, sind drei Eckpfeiler unerlässlich:\nRelevante ESG-Metriken identifizieren Ownership-Driven ESG Data Governance Inkrementelle Entwicklung/Verbesserung einzelner Datenpipelines In der sich schnell entwickelnden Landschaft der Unternehmensnachhaltigkeit ist ESG- (Environmental, Social, and Governance) Datenmanagement nicht nur ein Schlagwort, sondern ein Eckpfeiler für jede Organisation, die ESG oder Nachhaltigkeitsziele verfolgt. Obwohl es nicht das faszinierendste Thema im Bereich IT und Nachhaltigkeit ist, kann seine Bedeutung nicht ausreichend hervorgehoben werden. Das ESG-Datenmanagement ermöglicht effizientes Reporting, das Controlling von Nachhaltigkeitsinitiativen stellt sicher, so dass die Bemühungen tatsächlich zu ESG und Nachhaltigkeitszielen beitragen. Es geht nicht nur um Compliance, sondern es geht darum, Nachhaltigkeit sichtbar, umsetzbar und operativ zu machen.\nDie Entscheidende Rolle und Komplexität des ESG-Datenmanagements # Stellen Sie sich vor, Sie wollen Ihre Gesundheit verbessern, ohne jemals Ihren Blutdruck zu messen oder Ihre Ernährung aufzuschreiben. Klar, Sie könnten durch Ausprobieren und Best Practices ein bisschen weiterkommen, aber ohne Mess-Daten wären Ihre Bemühungen wahrscheinlich weniger effektiv und Sie würden viele Chancen zur Verbesserung verpassen. Genauso verhält es sich auch mit dem ESG-Datenmanagement in Unternehmen.\nIm Kern geht es beim ESG-Datenmanagement darum, fundierte Entscheidungen zu ermöglichen und die erforderlichen ESG-Datenpunkte dafür und für die Einhaltung von Reporting-Vorschriften zu erhalten. Es ermöglicht Organisationen, Daten über ihre Umwelt-, Sozial- und Governance-Auswirkungen zu aggregieren und komplexe Informationen in umsetzbare Erkenntnisse zu verwandeln. Dies ist unerlässlich, um Vorschriften einzuhalten oder wirksame Maßnahmen zur Reduzierung negativer Auswirkungen zu entwerfen und zu kontrollieren, wie die folgenden Value Streams veranschaulichen.\nLeider ist der Weg zum effektiven ESG-Datenmanagement mit Herausforderungen gespickt, da es in alle Unternehmensbereiche und -praktiken eingebettet ist, einschließlich Liefer- und Wertschöpfungsketten. Es erfordert die Sammlung von Daten über eine Vielzahl von Aktivitäten, von Energieverbrauch und Abfallproduktion bis hin zu Mitarbeiterdiversität, Corporate-Governance-Praktiken und Menschenrechten in der Lieferkette. Die Komplexität wird durch unterschiedliche Datenqualität und -zugänglichkeit, die komplexe und dynamische regulatorische Landschaft und die Notwendigkeit spezieller Fähigkeiten zur Interpretation und Umsetzung der Daten weiter verstärkt. Darüber hinaus integrieren sich die meisten ESG-Softwarelösungen nicht nahtlos in bestehende Unternehmens-IT-Landschaften, was die Komplexität und den Aufwand für die Implementierung eines effektiven ESG-Datenmanagements erhöht.\nHerausforderungen Im ESG-Datenmanagement überwinden # Organisationen können diese Herausforderung meistern und ein effektives ESG-Datenmanagement einführen, das zu ihren individuellen Bedürfnissen und Gegebenheiten passt, indem sie die folgenden wesentlichen Punkte beachten:\nRelevante Metriken Identifizieren # Der erste Schritt besteht darin, zu bestimmen, welche ESG-Metriken für die Ziele Ihrer Organisation und die Erwartungen der Stakeholder am relevantesten sind. Dies erfordert ein tiefes Verständnis ihrer Betriebsabläufe, Branchenstandards und regulatorischen Anforderungen. Zum Beispiel könnte sich ein Fertigungsunternehmen auf Metriken im Zusammenhang mit Energieverbrauch, Abfallproduktion und Emissionen konzentrieren, während ein Finanzdienstleistungsunternehmen Metriken im Zusammenhang mit Governance-Praktiken und die Einflüsse ihrer Assets priorisieren könnte. Die Identifizierung der Qualität und Tiefe der Rohdaten, die erforderlich sind, um diese ESG-Datenpunkte und KPIs zu aggregieren, ist entscheidend. Dies bedeutet nicht nur zu wissen, welche Daten zu sammeln sind, sondern auch die Quellen dieser Daten zu verstehen und deren Genauigkeit und Zuverlässigkeit sicherzustellen.\nOwnership-driven ESG Data Governance # Umfassende Prozessabläufe von Datenquellen bis hin zu aggregierten KPIs zu erstellen, ist entscheidend. Dabei geht es darum, jeden Schritt zu verstehen, der notwendig ist, um die erforderlichen KPIs und Datenpunkte zu aggregieren, sowie die verantwortliche Person für jeden Schritt zu identifizieren. Dies gilt sowohl für bestehende als auch für derzeit fehlende, aber gewünschte ESG-KPIs.\nZum Beispiel könnte in einem Einzelhandelsunternehmen der Prozessablauf mit der Datenerfassung in den einzelnen Filialen zu Energieverbrauch und Abfallmanagement beginnen, wobei spezifische Rollen und Personen für diese Aufgaben verantwortlich sind. Danach erfolgt die Aggregation auf regionaler Ebene und schließlich die Konsolidierung auf Unternehmensebene. Obwohl diese Schritte automatisiert sind, ist eine bestimmte Person dafür verantwortlich, sie zu überwachen und auftretende Probleme zu lösen. Eine Ownership-driven ESG-Daten-Governance stellt sicher, dass Verantwortlichkeiten und Klarheit im Datenmanagementprozess gewährleistet sind. Jede Beteiligte Person, von den Datensammlern bis zu den Analysten, muss seine Rolle und Verantwortung verstehen. Diese Governance-Struktur hilft, die Datenintegrität zu wahren und einen nahtlosen Datenfluss innerhalb der Organisation zu ermöglichen.\nInkrementelle Verbesserung # Die Nutzung von ESG Data Governance als Projekt-Backlog ermöglicht inkrementelle Verbesserungen in den ESG-Datenaggregationsprozessen. Dies stellt sicher, dass die gewünschten KPIs in der benötigten Qualität erhalten werden, was genauere und operationalisierbar Erkenntnisse ermöglicht. Zum Beispiel könnte ein Unternehmen damit beginnen, grundlegende Metriken wie den Energieverbrauch zu verfolgen und schrittweise zu komplexeren Metriken wie dem CO2-Fußabdruck und der Nachhaltigkeit der Lieferkette übergehen. Durch die kontinuierliche Verfeinerung der Datensammlung und Verarbeitungsprozesse können Organisationen die Genauigkeit und Relevanz ihrer ESG-Berichterstattung verbessern. Dieser iterative Ansatz ermöglicht die Identifizierung von Lücken und Chancen und stellt sicher, dass sich das ESG-Datenmanagementsystem im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der Organisation weiterentwickelt.\nFazit: Strategische Bedeutung des ESG-Datenmanagements kann nicht überschätz werden # Es ermöglicht die Erreichung von ESG- und Nachhaltigkeitszielen, von der Einhaltung der EU-Berichtsvorschriften bis hin zur Reduzierung negativer Auswirkungen und der Erreichung von Nachhaltigkeit. Um ein effektives ESG-Datenmanagement zu aufzubauen, sollten Unternehmen die relevanten ESG-Metriken in Bezug auf die erforderliche Datenqualität und -tiefe identifizieren, eine Ownership-Driven ESG Data Governance einrichten, die alle benötigten KPIs und Datenpunkte abdeckt, und schließlich ESG-Datenpipelines inkrementell aufbauen und erweitern.\n","date":"19 August 2024","externalUrl":null,"permalink":"/posts/2024-08-19_esg-datamanagement-importance-and-cornerstones/","section":"Posts","summary":"Ohne ESG-Datenmanagement ist es unmöglich, die Einhaltung von Vorschriften zu gewährleisten oder die Nachhaltigkeitsleistung zu verbessern.","title":"REPOST - ESG-Datenmanagement: Warum es für Ihr Unternehmen unverzichtbar ist und wie Sie es erfolgreich aufbauen","type":"posts"},{"content":"Die Nachhaltigkeit einer Gesellschaft hängt maßgeblich von den aggregierten Handlungen und den Auswirkungen von Organisationen, insbesondere Unternehmen, ab 👩‍🏭🏢. Immer mehr Akteure stellen wachsende Anforderungen an Unternehmen:\nWelche sind diese Anforderungen Wie können Organisationen diesen gerecht werden, um ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Welt zu leisten? ","date":"19 August 2024","externalUrl":null,"permalink":"/categories/corporate-sustainability/","section":"Hier schreibe ich vor allem über drei Themen 📝:","summary":"","title":"Unternehmerische Nachhaltigkeit","type":"categories"},{"content":"ESG steht für Environment, Social \u0026amp; Governance Themen die Unternehmen beschäftigen\n","date":"25 Juli 2024","externalUrl":null,"permalink":"/categories/esg-reporting/","section":"Hier schreibe ich vor allem über drei Themen 📝:","summary":"","title":"ESG Reporting","type":"categories"},{"content":" TL;DR # Schwellenwerte sind entscheidend, um Nachhaltigkeit messbar und vergleichbar zu machen. Ohne klare Referenzwerte bleibt die Aussagekraft von Berichten begrenzt auf absolute ESG impacts. Im Rahmen der EU-Berichtspflicht können Unternehmen den Schwellenwert selbst festlegen, ab wann ein ESG-Thema wesentlich ist und sie darüber berichten müssen. Dies reduziert zwar die Komplexität der Berichterstattung, untergräbt aber die Logik von Nachhaltigkeit. Ohne Kontext und Schwellenwerte lassen CSRD-konforme Berichte keine Aussage über Nachhaltigkeit zu.\nVor Kurzem durfte ich an einer CSRD-Konferenz teilnehmen, die vom Münchner Kreis organisiert wurde. Es war eine spannende Veranstaltung, besonders für diejenigen, die sich bereits mit dem Thema des non-financial ESG (oder wie es häufiger genannt wird - Nachhaltigkeits-) Reporting beschäftigen. In diesem Beitrag möchte ich auf einen Punkt eingehen, der in den verschiedenen Impulsvorträgen mehrfach direkt und indirekt angesprochen wurde: Schwellenwerte.\nOhne Schwellenwerte keine Vergleichbarkeit über Nachhaltigkeit # Schwellenwerte spielen für Nachhaltigkeit und damit auch für Nachhaltigkeitsberichte und -management eine elementare Rolle. Warum sie so wichtig sind, wurde in einem der Impulsvorträge mit einem Satz auf den Punkt gebracht.\nEin Dienstleistungsunternehmen stellte seinen Prozess und seine Erfahrungen vor, einen CO2-Fußabdruck für ihr Unternehmen zu berechnen, einschließlich einiger Scope-3-Kategorien (Emissionen in der Wertschöpfungskette). Um die Zahl ein bisschen einordnen zu können, wurden die Pro-Kopf-Emissionen berechnet. Die entscheidende Aussage (sinngemäß wiedergegeben) fiel in diesem Zusammenhang:\n\u0026ldquo;Ob die 2,1 t CO2e pro angestellte Person jetzt gut oder schlecht ist - keine Ahnung, der Schnitt in Deutschland ist wesentlich höher, aber dort fällt ja auch die produzierende Industrie mit rein.\u0026rdquo;\nWie bringt dieser Satz jetzt die Bedeutung von Schwellenwerten auf den Punkt? Er zeigt, dass die absolute Menge von 2,1 t es nicht erlaubt zu bewerten, ob es jetzt gut oder schlecht und noch weniger ob es nachhaltig ist oder nicht. Es braucht einen Schwellenwert von x t CO2e pro angestellte Person (0t by the way), ab dann kann man das Unternehmen in dieser Hinsicht als nachhaltig betrachten.\nJetzt könnten wir natürlich sagen: \u0026ldquo;Das Problem der Vergleichbarkeit wird ja genau durch die Berichtspflicht adressiert und gelöst, indem Unternehmen gleicher Branchen nach dem gleichen Standard berichten können sie miteinander verglichen werden.\u0026rdquo; Und ja, das stimmt.\nJedoch kann ich dann immer noch keine Aussage darüber treffen, ob die x t CO2e pro Person nachhaltig ist oder nicht (again 0t wären es), sondern lediglich kann ich die Unternehmen untereinander vergleichen - ein Best-in-Class-Ansatz. Um eine Aussage über Nachhaltigkeit treffen zu können, braucht es immer Kontext und einen Referenzwert.\nWarum Kontext Entscheidend Ist # Nehmen wir ein drastisches Beispiel, um zu verdeutlichen, was damit gemeint ist. In diesem Beispiel sind Unternehmen Eltern und die CO2-Emissionen sind die Häufigkeit, wie ihre Kinder geschlagen werden. Das Elternpaar berichtet jetzt: \u0026ldquo;Also, wir haben unsere Kinder letztes Jahr zweimal geschlagen.\u0026rdquo; Ein Vergleich zu anderen Eltern kann ergeben, dass der Durchschnitt ihre Kinder wesentlich häufiger schlägt. Sind deswegen die zwei Schläge unserer Beispiel-Eltern gut? Nein, weil unser Vergleichswert nicht die anderen sind, sondern ein Referenzwert, auf den wir uns als Gesellschaft geeinigt haben: Nur keine Schläge sind gut.\nNachhaltigkeit Braucht Klare Referenzwerte # Dies ist gleich bezüglich Nachhaltigkeit: Entweder haben wir eine gesellschaftliche Norm (z.B. kein Hunger, keine Armut, keine Kinderarbeit etc.) oder einen wissenschaftlich ermittelten und physischen Referenzwert (planetare Grenzen). Hier ist es vollkommen egal, ob andere Menschen, Eltern, Unternehmen oder Nationen besser oder schlechter sind - überschreiten wir diese Grenzen zu lange, zerstören wir unsere Lebensgrundlage. PUNKT\nDeshalb braucht eine Nachhaltigkeitsaussage immer einen Referenzwert, einen Teiler sozusagen McElroy 2008. Z.B. interessiert mich, wie nachhaltig ein Land bezüglich des Kriteriums Armut ist, bietet das Durchschnittseinkommen keine und die Einkommensverteilung eine geringe Aussagekraft. Was interessiert, ist das Verhältnis von Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, zur Bevölkerungsanzahl - je näher die Zahl bei 0, desto nachhaltiger, und wenn sie gleich null ist, dann ist es nachhaltig.\nDer Subjektive Schwellenwert Bei Der Wesentlichkeitsanalyse Ist Problematisch # Nun gibt es noch ein zweites Schwellenwert-Problem in der CSRD, nämlich der Schwellenwert, ab wann ein Thema wesentlich ist und Unternehmen darüber berichten müssen. Dieser Schwellenwert wurde mehrfach explizit genannt in verschiedenen Impulsvorträgen. Der Schwellenwert wurde beschrieben als Instrument, um die Komplexität beim Erstellen des CSRD-Reports zu reduzieren - indem der Umfang an Themen (und damit zu berichtenden Datenpunkten) reduziert wird.\nKurzer Exkurs zur Doppelten Wesentlichkeitsanalyse # Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse der CSRD ist ein zentrales Instrument zur Bestimmung der relevanten Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen (ESG-Themen) für ein Unternehmen. Alle Themen, die die finanzielle Leistung und Position des Unternehmens beeinflussen können, oder alle Themen, die durch Geschäftstätigkeiten des Unternehmens wesentlich beeinflusst werden, müssen berichtet werden. Dies soll zu einer transparenteren und ganzheitlicheren Berichterstattung führen, ohne Unternehmen mit Themen zu belasten, auf die sie keinen Einfluss haben. In dem Berichtsstandard ist auch ziemlich ausführlich geregelt, wie diese Analyse durchzuführen ist.\nEs wurde des Weiteren als operativer Tipp genannt, sich an der Auswahl und dem Umfang an Themen zu orientieren, welche Early Adopters der CSRD der eigenen Branche gelistet haben. Dieser Tipp ist zwar praktisch, weil er konkret ist, recht einfach umsetzbar und vor allem Aufwand reduziert, welcher nötig ist/wäre, um den Wesentlichkeitsschwellenwert festzulegen. Gleichzeitig ist es jedoch problematisch, weil durch den subjektiven Schwellenwert die Logik von Nachhaltigkeit konterkariert wird. Wieso?\nEin Fiktives Beispiel: Das Dienstleistungsunternehmen und die Biodiversität # Stellen wir uns ein fiktives Dienstleistungsunternehmen vor, das sich auf IT-Beratung spezialisiert hat. Bei der Erstellung ihres Nachhaltigkeitsberichts orientiert sich das Unternehmen an den Themen, die von Early Adopters der CSRD in ihrer Branche gelistet wurden. Nun fällt (fiktiv!) das Thema Biodiversität nicht in ihren gewählten Schwellenwert und wird daher nicht als wesentlich betrachtet und folglich nicht berichtet. Auf den ersten Blick mag das sinnvoll erscheinen: Ein IT-Dienstleister hat wenig direkten Einfluss auf die Biodiversität, oder?\nWarum Biodiversität (ich würde behaupten immer) wesentlich ist # Biodiversität ist nicht nur ein ökologisches Thema, sondern auch ein wirtschaftliches. Studien zeigen, dass etwa 50% des globalen Bruttoinlandsprodukts (GDP) durch den Verlust der Biodiversität bedroht sind. Das bedeutet, dass die Stabilität und das Wachstum der Wirtschaft stark von der Gesundheit unserer Ökosysteme abhängen. Wenn Biodiversität verloren geht, verlieren wir nicht nur Artenvielfalt, sondern auch die Ökosystemdienstleistungen, die diese Arten bieten – wie Bestäubung, Wasserreinigung und Klimaregulierung.\nFür ein IT-Dienstleistungsunternehmen mag das auf den ersten Blick irrelevant erscheinen, aber das ist es keineswegs. Die Stabilität der Märkte, in denen das Unternehmen operiert, die Verfügbarkeit von Ressourcen und sogar die Gesundheit der Mitarbeiter können durch den Verlust der Biodiversität beeinträchtigt werden. Wenn Ökosysteme zusammenbrechen, hat das weitreichende Auswirkungen auf alle Wirtschaftssektoren, einschließlich der IT-Branche.\nDie Logik der Nachhaltigkeit: Planetare Grenzen und soziale Decken # Ich ziehe zwei Konsequenzen daraus:\na) Subjektive Schwellenwerte reduzieren zwar den Aufwand für einen CSRD-Bericht, da nicht über alle Themen berichtet wird, jedoch entfernt man sich dadurch weiter von einem Nachhaltigkeitsbericht hin zu einem allgemeinen ESG-LaLaLand siehe Ralph Thurm (was nicht heißt, dass diese Praxis nicht im Einklang mit der CSRD oder der ESRS steht - bloß halt nicht mit Nachhaltigkeitskriterien). b) Um der Logik von Nachhaltigkeit gerecht zu werden, ist jedes Thema wesentlich, sobald das gesamtgesellschaftliche Kapital in diesem bedroht ist. Z.B. bezogen auf das Konzept der planetaren Grenzen und der sozialen Decken (doughnut economy). Planetare Grenzen definieren die ökologischen Limits, innerhalb derer die Menschheit sicher operieren kann, während soziale Decken die Mindestanforderungen an ein menschenwürdiges Leben darstellen. Wenn ein Unternehmen durch seine Aktivitäten zur Verschärfung dieser globalen Probleme beiträgt oder davon betroffen ist/sein könnte, dann ist das Thema per Definition wesentlich für das Unternehmen.\nWas folgt daraus? # Operativ übersetzt heißt das: Sobald es Einflüsse, Risiken oder Chancen gibt, ist das Thema wesentlich. Wie können solche Einflüsse, Risiken und Chancen auftauchen? Durch die Beteiligung von Betroffenen. Hier sticht qualitative Beteiligung hervor. Welche Implikationen hat das?\nEs geht nicht darum, eine Umfrage zu machen und ein Thema aufzunehmen, nur weil es häufig genannt wird. Eine Einladung von NGOs, die in den jeweiligen Themen aktiv sind, kann helfen, besser zu verstehen, ob ein Thema wesentlich ist. Es ist absurd zu erwarten, dass man in allen Nachhaltigkeitsthemen fit ist, dafür ist das Thema viel zu komplex und umfangreich. Experten zu suchen, macht daher mehr als Sinn. Und ich meine wirkliche Experten, nicht nur allgemeine Berater, die zu den Berichtsvorschriften sprechfähig sind (so wie ich - hust…). Die Komplexität zu akzeptieren und eine Einstellung zu haben, die Änderungen willkommen heißt, ist sinnvoll. Frei nach dem Motto: \u0026ldquo;Im letzten Bericht haben wir folgende Themen als nicht wesentlich bewertet - ihr seid anderer Meinung? Schreibt uns!\u0026rdquo; Die Einstellung, die dahinter steht, ist der zwanglose Zwang des besseren Arguments. Dies ist jedoch noch ein recht unausgegorener Ansatz. Wenn du, liebe_r Leser_in, Verbesserungsvorschläge hast, freue ich mich, dem zwanglosen Zwang des besseren Arguments zu folgen.\n","date":"25 Juli 2024","externalUrl":null,"permalink":"/posts/2024-08-01_schwellenwerte-im-nachhaltigkeitsreporting/","section":"Posts","summary":"","title":"Keine Bienen, kein Honig! ähhh ... keine Schwellenwerte, kein Nachhaltigkeitsbericht!","type":"posts"},{"content":"Unternehmen stehen berechtigterweise unter Druck, ihre Emissionen zu reduzieren und in naher Zukunft auf null zu bringen. Ein häufig genutztes Instrument dafür sind freiwillige CO2-Zertifikate, die zur Kompensation eigener Emissionen verwendet werden - sogenannte Carbon Offsets. Seit 2023 wird die Kritik an den freiwilligen CO2-Zertifikaten und der Praxis des Carbon Offsettings immer lauter. Hier sind einige Links:\nEin Artikel der Zeit vom Anfang des Jahres: Hier Ein Artikel des Guardian vom 19. September: Hier Ein TEDx-Beitrag von David Detzler: Hier Ein faszinierender YouTuber, den ich seit langem gesehen habe, über die Probleme von Waldkompensationsprojekten: Hier Die letzten drei Links kritisieren insbesondere CO2-Zertifikate aus Waldprojekten und decken drastische Missstände auf. Der erste Link, leider hinter einer Paywall, diskutiert, wie CO2-Zertifikate Unternehmen auf dem Papier oder bilanziell klimaneutral machen können (= Net-Zero), ohne anderweitige Anstrengungen zur Reduzierung der Emissionen zu unternehmen.\nMeine Kritik an Carbon Offsetting war vor diesen Artikeln eher oberflächlich. Sie ließ sich auf die Aussage reduzieren, dass Unternehmen nicht dem Mantra \u0026ldquo;Vermeiden, Reduzieren, Kompensieren\u0026rdquo; folgen, sondern einfach weitermachen wie bisher und alles über billige Zertifikate reduzieren. Die Artikel waren dann der Auslöser, einen genaueren Blick auf das Thema zu werfen. Daran arbeite ich nun schon seit über einem Jahr (sehr unregelmäßig) und tauche immer tiefer in dieses Kaninchenloch ein\u0026hellip;\nDadurch hat sich der Umfang etwas erweitert. Daher teile ich meine Auseinandersetzung in mehrere Teile, in denen ich jeweils eine einzelne Frage zu Carbon Offsets detailliert beantworten werde. Im ersten Teil geht es um: …\n","date":"6 Juli 2024","externalUrl":null,"permalink":"/categories/carbon-offsets/","section":"Hier schreibe ich vor allem über drei Themen 📝:","summary":"","title":"Carbon Offsetts","type":"categories"},{"content":"Im letzten Artikel haben wir uns die Probleme von CO2-Zertifikaten und Carbon Offsetting angeschaut. Heute möchte ich weniger meckern und mehr darüber sprechen, wie Unternehmen, Organisationen und auch Privatpersonen Carbon Offsetting sinnvoll nutzen können, um wirklich etwas zu bewirken.\nTL;DR Die sehr kurze Kurzversion # Carbon Offsetting hat viele Probleme, aber es gibt Wege, wie Unternehmen und Privatpersonen es sinnvoll nutzen können.\nVergesst \u0026ldquo;Net-Zero\u0026rdquo; und \u0026ldquo;Combansation Claims\u0026rdquo;, setzt auf \u0026ldquo;Climate Contribution\u0026rdquo; und interne CO2-Preise. Kauft hochwertige Zertifikate oder solche vom EU Emissionshandel (ETS), um echte Emissionsreduktionen zu erzielen und die Lernkurve von Dekarbonisierungstechnologien zu beschleunigen. Zur Erinnerung, hier sind die größten Probleme des aktuellen Carbon Markets:\nCarbon Offsets halten oft nicht, was sie versprechen. Es gibt Rebound-Effekte. Er bremst die Lernkurve von Dekarbonisierungspraktiken. Diese Probleme sind so gravierend, dass man meinen könnte, wir sollten Carbon Offsetting komplett einstellen. Aber es gibt Wege, wie Ausgleichszahlungen für verursachte Emissionen tatsächlich einen positiven Effekt haben können.\nMehr und/oder Bessere Zertifikate Kaufen # Eines der Hauptprobleme des unregulierten Zertifikatehandels ist, dass Carbon Offsets (häufig) nicht halten, was sie versprechen, und weniger CO2 reduzieren. Eine pragmatische Antwort auf dieses Problem:\na) Nur Zertifikate mit den höchsten Standards kaufen (welche häufig wesentlich teurer sind) - dazu zählt auch sicherzugehen, dass die Standardsetzer auch wirklich unabhängig sind von den Projektbetreibern und Händlern. Leider ist dies im \u0026ldquo;freiwilligen\u0026rdquo; unregulierten Markt nicht immer der Fall und bedeutet so ganz schön Aufwand, dies herauszufinden. b) Einfach mit ordentlich Puffer mehr Zertifikate kaufen. Als Beispiel: Wenn Untersuchungen zeigen, die Zertifikate reduzieren im Schnitt nur die Hälfte von dem, was sie versprechen - nun, dann kauft man halt doppelt so viel. Dies löst logischerweise keinerlei Ursachen für das Problem, warum die Zertifikate nicht das halten, was sie versprechen. Ein anderer Ansatz ist, CO2-Zertifikate vom europäischen Emissionshandel zu kaufen (ich werde einen gesonderten Beitrag darüber schreiben). Aber in aller Kürze: im europäischen Emissionshandel müssen Sektoren, welche besonders viele Emissionen verursachen, also Energieerzeuger, Wärme, Flugverkehr, und ab 2024 auch der Verkehr und Gebäude, müssen für alle Emissionen, welche sie direkt verursachen, ein vom europäischen Emissionshandel ausgegebenes Zertifikat/Emission Allowance (hier eine verbrieften Lizenz, Emissionen zu verursachen) vorweisen können.\nBisher wurden sehr viel mehr Zertifikate an Unternehmen ausgegeben, als benötigt war - weshalb der Zertifikatpreis auch sehr, günstig war und so keine/kaum Lenkungswirkung erzielt werden konnte. In gewisser Weise war der ETS ein zahnloser Tiger.\nJetzt jedoch kommen wir in eine Phase, in der die Menge der Zertifikate, die jährlich ausgegeben wird, immer weiter reduziert wird und Knappheit am Markt entsteht. So steigt der Preis für die Zertifikate, weshalb es für Unternehmen attraktiver wird, ihre Emissionen zu reduzieren, um geringere Ausgaben zu haben. Diesen Anreiz können private Personen und Unternehmen, die nicht Teil vom ETS sind, vergrößern, indem sie ebenfalls Zertifikate von diesem Pool kaufen.\nWieso ist dieser Ansatz jetzt besser als freiwillige Kompensationsprojekte? Der Markt ist reguliert - das heißt, jedes Zertifikat ist wirklich eine Tonne wert und ist der Punkt erreicht, dass es mehr Nachfrage nach Zertifikaten gibt als Angebot. So führt das Kaufen eines Zertifikates gesichert dazu, dass eine Tonne weniger verursacht wird. Bleibt das System bestehen, wird so auch sichergestellt, dass wir innerhalb der Grenzen des EU-Emissionshandels wirklich auf 0 Emissionen kommen. Es wirkt auch auf die Problematik der bremsenden Lernkurve ein, da mit dem steigenden Preis es sich immer mehr für Unternehmen rechnet, zu reduzieren und zu vermeiden, als zu kompensieren. Als Beispiel: Stellen wir uns ein Unternehmen in der Stahlindustrie vor, ein Sektor, der mit hohen CO2-Emissionen verbunden ist. Steigen die Preise für Emissionszertifikate im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (ETS) und dem Wissen, dass in absehbarer Zukunft keine Emissionen mehr möglich sein werden, steigen die Anreize, in grünen Stahl zu investieren, welcher durch den steigenden Preis der Zertifikate und der sich beständig verringernden Anzahl an Zertifikaten immer ökonomisch sinnvoller und irgendwann (so wie Solarenergie heute schon ist) kostengünstiger sein wird als Stahl, der mit fossilen Energiequellen hergestellt wird. Durch diese Investition in emissionsreduzierende Technologie kann das Unternehmen langfristig seine Ausgaben für den Kauf zusätzlicher Emissionszertifikate erheblich senken. Darüber hinaus trägt es aktiv zur Innovation und zum technologischen Fortschritt in seiner Branche bei. Der steigende Preis für Emissionszertifikate hat somit einen direkten Einfluss auf die Entscheidung des Unternehmens, in nachhaltigere Produktionsmethoden zu investieren, und wirkt sich so zusätzlich positiv auf die Lernkurve aus. Rebound Effekte: Vergesst \u0026ldquo;Net-Zero\u0026rdquo; # Ein großes Problem des unregulierten freiwilligen \u0026ldquo;tonnen-basierten\u0026rdquo; Carbon Markets sind die sogenannten Rebound-Effekte. Diese Effekte unterminieren teilweise oder vollständig die Bemühungen zur Reduzierung von Kohlenstoffemissionen. Ein typisches Beispiel: \u0026ldquo;Jetzt habe ich meinen Flug schon kompensiert, also kann ich nochmal fliegen oder mehr Auto fahren.\u0026rdquo; Besonders fatal wird es, wenn die Reduktionsprojekte nicht so viel reduzieren, wie sie vorgeben.\nWas können wir dagegen tun? Mein Vorschlag: Vergesst \u0026ldquo;Net-Zero\u0026rdquo;.\nNet-Zero ist ein Konstrukt, das es Unternehmen ermöglicht, business as usual weiterzumachen und gleichzeitig zu behaupten (und massiv zu bewerben), dass sie nicht weiter zum Klimawandel beitragen, weil alle Emissionen kompensiert wurden. Der Slogan Net-Zero vermittelt natürlich ein viel besseres Gewissen als die Aussage \u0026ldquo;Wir haben in den letzten zwei Jahren real 12% CO2 eingespart\u0026rdquo;, obwohl Letzteres eine viel wichtigere Nachricht ist.\nDie Hauptkritik an Net-Zero ist für mich jedoch, dass nur durch den Claim Net-Zero die Existenz eines tonnenbasierten Kompensationsmarktes erst Sinn ergibt. Durch diesen können Unternehmen sich günstig ein grünes Image erkaufen, ohne ihr Verhalten wirklich ändern zu müssen. Er ermöglicht sich als Unternehmen zu entscheiden ob man die eigene Art und Weise wie gewirtschaftet wird (und seinen Beitrag zur Klima-Krise hat) umzustellen oder für vergleichsweise wenig Geld den scheinbar gleichen Effekt zu erzielen. Net-Zero kann ein falsches Gefühl des Fortschritts erzeugen, wodurch notwendige systemische Änderungen zur Reduzierung der Emissionen an der Quelle vermieden werden. Dies kann den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft verzögern Anderson, K., \u0026amp; Peters, G. (2016).\nZudem adressieren Low-Cost-Compensation-Projekte nicht die eigentlichen Ursachen der Kohlenstoffemissionen und führen oft zu kurzfristigen Lösungen statt langfristigen. Dieser Ansatz ist unzureichend, um die tiefgreifende Dekarbonisierung zu erreichen, die notwendig ist, um das 1,5°C-Ziel zu erreichen Shishlov, I., et al. (2016). Jedoch sind es genau diese Projekte die auf dem freiwilligen/unregulierten Carbon Markt erfolgreich sind.\nAll dies macht Net-Zero zu einem vergifteten Apfel, der zuerst lecker schmeckt und gesund scheint, sich jedoch zu einer echten Lebensmittelvergiftung entwickeln kann. Ich möchte jedoch erwähnen dass mir keine Studien oder Untersuchungen bekannt sind, die analysieren wie groß der Effekt des Konstrukts Net-Zero ist. Ich kann deshalb nur mutmaßen, inwieweit Rebound-Effekte reduziert werden. Doch basierend auf der Argumentation würde ich den Standpunkt vertreten, dass Net-Zero diese Effekte auf jeden Fall verstärkt. Dass sie komplett verschwinden, wäre vermessen und eher Wunschdenken.\nVerzögerte Lernkurve: Vergesst \u0026ldquo;Net-Zero\u0026rdquo; Die Zweite Und Hallo \u0026ldquo;Climate Contribution\u0026rdquo; + Internal Carbon Price # Die für mich fundamentalste Kritik am freiwilligen (\u0026ldquo;voluntary\u0026rdquo;) Carbon Market ist, dass er die Lernkurve von Dekarbonisierungstechnologien und -prozessen verzögert. Wie im vorherigen Kapitel erläutert, trägt das Konzept von Net Zero zu dieser Verzögerung bei. Der freiwillige Carbon Market basiert auf tonnenbasierten Reduktionszertifikaten. Dies wird als \u0026ldquo;Compensation-Claim\u0026rdquo; bezeichnet: \u0026ldquo;Ich bin Net Zero, weil ich jede Tonne, die durch meine Tätigkeiten emittiert wurde, kompensiere\u0026rdquo;. (Note: dies hängt jedoch stark davon ab, was alles in den Carbon-Footprint einbezogen wird, aber dies ist ein eigenes Thema!) Dies führt dazu, dass die billigsten Reduktionsprojekte bevorzugt werden, die jedoch nicht ausreichen, um die Problematik der globalen Dekarbonisierung zu lösen. Stattdessen bekämpfen sie lediglich Symptome, ohne die Ursachen anzugehen. Es ist, als würde man die Hand immer näher ans Feuer halten und Wasser darauf gießen, um die Hitze zu mildern, ohne das Feuer zu löschen oder die Handposition und -bewegung zu ändern. Net Zero wäre in diesem Bild, dass genug Wasser auf die Hand geschüttet wird, damit sie sich nicht verbrennt. Allerdings gibt es nicht genug Wasser, um dies dauerhaft und für die gesamte Gesellschaft als wirksame Methode zu gewährleisten, insbesondere weil die Hand immer näher ans Feuer geht.\nBleiben wir kurz in der Metapher - was müssen wir also tun, um unsere Handbewegungsrichtung zu verändern (das Feuer können wir nicht realistisch ändern, weil es in dieser Metapher die Sonne mit ihrer globalen Strahlung ist)?\nWir müssen eine andere Bewegung lernen und unsere Muskeln entsprechend trainieren. Und wie man vom Training weiß, ist der Anfang besonders schwer. Übertragen bedeutet dies, wir müssen Projekte fördern, die den Lern-Effekt unterstützen und somit besser und günstiger CO2 reduzieren. Um dies zu ermöglichen, schlagen verschiedene Akteure sogenannte \u0026ldquo;Climate Contribution\u0026rdquo; newclimate.org vor, die auf internen CO2-Preisen basieren. Was heißt das konkret: Ähnlich wie beim Compensation-Claim erstellt man einen CO2-Fußabdruck und für jede emittierte Tonne zahle ich eine Menge X (der interne CO2-Preis) in einen Topf. Dieses Geld kann ich für drei Dinge verwenden: Interne Projekte (also in die eigene Dekarbonisierung zu investieren) umzusetzen. Zertifikate vom Emissionshandelssystem (ETS) zu kaufen (siehe erstes Kapitel). Dies ermöglicht es, die regulierten Marktmechanismen des ETS zu nutzen, um eine breitere und systemischere Wirkung zu erzielen. (Dieser Ansatz wird in einem folgenden Artikel genauer beschrieben und dann hier verlinkt.) Oder in externe Projekte, welche zur systemischen Dekarbonisierung beitragen (z.B. Wärmeerzeugung in Ländern des globalen Südens). Für diejenigen, die interne Reduktionsmöglichkeiten basierend auf vorhandenen Ressourcen ausgeschöpft haben und denen die Auswahl der richtigen Projekte zu viel Arbeit ist (wie für mich), empfehle ich Option 2. Ein Anbieter (ich bekomme keine Provision, es ist nur der einzige, den ich kenne) ist compensator.org. Wichtig ist das egal wieviele Zertifikate man hier kauft oder Projekte fördert man ist nur dann Klimaneutral wenn man wirklich keine Emissionen mehr verursacht!\nZusammenfassung # Vergesst \u0026ldquo;Net-Zero\u0026rdquo;: Es schafft ein falsches Gefühl von Fortschritt, verstärkt Rebound Effekte und verzögert notwendige systemische Veränderungen weil das ziel der Klimaneutralität über tonnenbasierte Reduktionsprojekte günstiger erreichbar ist. Nutzt \u0026ldquo;Climate Contribution Claims\u0026rdquo;: Investiert in interne Projekte, kauft ETS-Zertifikate oder unterstützt externe Projekte zur systemischen Dekarbonisierung. Kauft ETS-Zertifikate: Der regulierte Markt garantiert (ba, dass eine Tonne CO2 weniger emittiert wird. Mit diesen Ansätzen können wir sicherstellen, dass Carbon Offsetting tatsächlich einen positiven Effekt hat und zur globalen Dekarbonisierung beiträgt.\n","date":"6 Juli 2024","externalUrl":null,"permalink":"/posts/2024-07-08-co2-ausgleichszahlung-so-geht-es-effektive/","section":"Posts","summary":"","title":"CO2 Ausgleichszahlung so geht es effektive","type":"posts"},{"content":"Eine Helikopterperspektive auf Nachhaltigkeit:\nWo stehen wir als Weltgesellschaft Was sind Stellschrauben und Hebel, um eine nachhaltige(re) Gesellschaft zu werden? ","date":"6 Juli 2024","externalUrl":null,"permalink":"/categories/helicopter-sustainability/","section":"Hier schreibe ich vor allem über drei Themen 📝:","summary":"","title":"Nachhaltigkeit - Helikopterperspektive","type":"categories"},{"content":"In diesem Beitrag wird die Frage Beantwortet warum Carbon Offsets/CO2-Kompensation eigentlich problematisch sind in der Art und weise wie sie heute hauptsächlich verwendet werden. Also schnappt euch einen Getränk, und lasst uns gemeinsam herausfinden, warum Carbon Offsets nicht immer das halten, was sie versprechen.\nTL;DR: Die Kurzversion # CO2-Kompensationen werden genutzt, um die eigene Klimabilanz aufzupolieren, indem man Zertifikate kauft, die theoretisch irgendwo auf der Welt Emissionen reduzieren. Problem: Nicht alle Carbon Credits garantieren eine dauerhafte und zusätzliche Reduktion von CO2. Die Nutzung von Kompensationen kann den notwendigen Wandel hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft verzögern weil die Lern-Kurve für Decarbonisierungstechnologien/Geschäftsmodelle gehemmt wird und führt zu einer verzerrten Wahrnehmung von Klimaneutralität. Einleitung # Kompensationen werden von Privatpersonen, Organisationen oder Staaten angewandt, die ihre eigene CO2-Bilanz nominal verbessern möchten. Anders ausgedrückt: Wenn das Ziel darin besteht, weniger zum Klimawandel beizutragen, aber die Emissionen nicht vermieden oder reduziert werden können oder sollen, dann kauft man CO2-Zertifikate und kompensiert bzw. gleicht so die verursachten Emissionen aus. Die Zertifikate können auf freiwilligen CO2-Zertifikatsmärkten erworben werden.\nRandnotiz: In diesem Artikel bzw. dieser Serie geht es nicht um den staatlich regulierten Emissionshandel, zum Beispiel der EU, USA, China. Dort werden zwar auch Emissionen gehandelt (wie der Name schon sagt), aber es dreht sich dort um verpflichtende Teilnehmer. Diese Organisationen erhalten jährlich eine bestimmte Anzahl an Emissionsberechtigungen (jede Berechtigung erlaubt das Ausstoßen von 1t CO2e), und wenn eine Organisation weniger benötigt, kann sie diese gewinnbringend an teilnehmende Organisationen verkaufen, die mehr CO2e emittieren möchten, als sie Berechtigungen erhalten haben. Dies ist jedoch ein eigenständiges Thema und wird in einem zukünftigen Artikel genauer beschrieben. Dass der Markt für CO2-Zertifikate freiwillig und unreguliert ist, ist entscheidend für meine Einschätzung, warum die Art und Weise, wie Carbon Offsets aktuell verwendet werden, problematisch und teilweise sogar schädlich für die Bemühungen gegen den Klimawandel sind. Diese Einschätzung untergliedert sich in mehrere Argumente.\nCarbon Credits Halten Nicht Immer, Was Sie Versprechen # Das erste Argument, das gegen Carbon Offsetting spricht, ist, dass Carbon Credits nicht zwangsläufig halten, was sie versprechen. Warum nicht?\nZur Erinnerung aus Teil 1 dieser Serie: Ein Carbon Credit repräsentiert eine Reduktion von 1t CO2e. Diese Reduktion muss permanent und zusätzlich sein. Warum halten nicht alle Carbon Credits dieses Versprechen ein? Es gibt verschiedene Gründe. Beginnen wir mit \u0026ldquo;neutralen\u0026rdquo; Gründen, ohne konkrete Akteure zu beschuldigen: die Permanenz der Reduktion. Ist Die Reduktion Wirklich Permanent? # Während einmal emittiertes CO2 mindestens über 100 Jahre seine erwärmende Wirkung entfaltet, ist dies bei den Reduktionsprojekten nicht immer der Fall. Es gibt Projekttypen (z.B. Ausbau erneuerbarer Energiequellen oder effizientere Energiegewinnung), die gut nachweisen können, dass tatsächlich Emissionen vermieden oder reduziert wurden. Andere, insbesondere Removals durch sogenannte naturbasierte Lösungen, sind unsicherer. Ob ein Wald, der durch ein Carbon Reduction Projekt finanziert wurde, wirklich über 100+ Jahre steht und nicht etwa durch Naturkatastrophen wie Waldbrände, Trockenheit oder anderes zerstört wird und damit das gespeicherte CO2 wieder freisetzt, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Gleiches gilt für Moore oder \u0026ldquo;Blue-Carbon\u0026rdquo; Projekte, vereinfacht gesagt: alles, was mit Wasser und natürlicher CO2-Reduktion zu tun hat. Ist Die Kompensation Wirklich Zusätzlich? # Das Kriterium der Zusätzlichkeit von Carbon Credits ist zwingend für die Logik des freiwilligen CO2-Zertifikathandels. Warum? Das erklärte Ziel des freiwilligen Handels ist es, eine möglichst effektive Reduktion der Treibhausgase zu erzielen. Wenn es für Organisation A beispielsweise intern 100 Euro kosten würde, eine Tonne CO2 weniger zu emittieren, sie aber für 40 Euro ein CO2-Zertifikat kaufen kann (welches 1 Tonne CO2-Reduktion repräsentiert), ist es effektiver und kostengünstiger, in diesem Fall nicht intern die Emission zu vermeiden, sondern das Zertifikat zu kaufen (gleicher Effekt, aber günstiger). Damit diese Rechnung aufgeht (zumindest bezüglich gesparter Emissionen), muss die Reduktion wirklich zusätzlich sein, oder anders gesagt, ohne den Kauf des Zertifikats hätte das Reduktionsprojekt nicht durchgeführt werden dürfen. Wenn ein Reduktionsprojekt auf dem Ausbau erneuerbarer Energiequellen wie Windrädern oder Solarenergie basiert, dürften diese quasi nur durch die Finanzierung durch die Carbon Credits gebaut werden. Leider ist dies häufig nicht der Fall. So wurde beispielsweise in Indien festgestellt, dass 52% der Windräder auch ohne die Ausstellung und den Verkauf von Carbon Credits gebaut worden wären (siehe: https://www.cesifo.org/en/publications/2021/working-paper/do-carbon-offsets-offset-carbon). Laut Environmental Investigation Agency (EIA) wurden in Indonesien, Brasilien und China Reduktionsprojekte als nicht zusätzlich angesehen, weil die Waldpflanzungen und Schutzmaßnahmen unabhängig von den Credits durchgeführt worden wären. Angesichts der rapide fallenden Preise für erneuerbare Energien pro kWh ist es meiner Einschätzung nach nur noch schwer zu argumentieren, warum erneuerbare Energieprojekte als Reduktionsprojekt gelten können.\nWie Viel CO2 Wird Einem Reduktionsprojekt Angerechnet? # Neben den qualitativen Kriterien der Permanenz und Zusätzlichkeit von Carbon Credits ist eine zentrale Frage, wie viel CO2 tatsächlich durch das Reduktionsprojekt eingespart wird und damit verbunden, wie viele Credits der Betreiber ausstellen kann. Der Betreiber hat ein Interesse daran, möglichst viele Credits auszustellen, da er bei gleichem Investment für die Umsetzung des Projekts mehr oder weniger Credits verkaufen kann und so seinen Umsatz steigert.\nWährend es für einige Reduktionsprojekte, insbesondere im Bereich erneuerbare Energien und effizientere Technologien, relativ einfach ist zu berechnen, wie viel CO2 gespart wird – zum Beispiel, wenn ein Kohlekraftwerk durch ein Wasserkraftwerk ersetzt wird oder ein um 50% effizienterer Gasherd eingebaut wird –, ist es besonders bei sogenannten „Nature-Based Solutions“, also Reduktionsprojekten durch Waldprojekte, Moore oder Ähnliches, sehr schwierig zu bestimmen, wie viel CO2 hier tatsächlich gespeichert wird. Drei Gründe dafür sind:\nVergleichsbasis: Wenn zum Beispiel ein Wald gepflanzt oder ein Moor renaturiert wird, mit welchem intakten Wald oder Moor wird dieses dann verglichen? Aufgrund der Variabilität, die die Natur aufweist, sind Moore und Wälder nicht gleich und speichern damit auch nicht dieselbe Menge an CO2. Methodische Ansätze: Es gibt verschiedene Methoden zur Berechnung von Baselines und der Kohlenstoffbindung in Nature-Based Solutions-Projekten. Inkonsistenzen in der Methodik über verschiedene Projekte hinweg können Vergleiche und die Gesamtbewertung der Auswirkungen erschweren. Verschiedene Kohlenstoffpools: Nature-Based Solutions-Projekte können verschiedene Kohlenstoffpools innerhalb eines Ökosystems (Bäume, Boden usw.) beeinflussen. Das genaue Messen von Veränderungen in jedem Pool und deren Beitrag zur Gesamtkohlenstoffbindung fügt eine weitere Schicht an Komplexität hinzu. Die Berechnung der Baseline kann schnell sehr technisch und kompliziert werden. Für diejenigen, die sich für die Details interessieren, berichtet dieser faszinierende YouTuber sehr genau über die Probleme bei der Baseline-Berechnung von Waldkompensationsprojekten: Hier, untermauert mit zahlreichen Beispielen.\nMan könnte nun denken, dass dies keinen großen Unterschied macht. Doch eine Untersuchung des Öko-Instituts hat ermittelt, dass die Mehrheit der Certified Emissions Reduction (CER) Projekte von 2013-2020 möglicherweise nicht so effektiv war wie beabsichtigt. Die Daten legen nahe, dass 85% der Projekte und 73% des potenziellen CER-Angebots während dieses Zeitraums eine geringe Wahrscheinlichkeit aufweisen, dass die Emissionsreduktionen zusätzlich und nicht überschätzt sind. Das bedeutet, dass diese Projekte möglicherweise nicht die Umweltvorteile bieten, die sie zu bieten behaupten. Nur ein kleiner Teil dieser Projekte wurde als sehr wahrscheinlich eingestuft, ihre versprochenen Emissionsreduktionen zu liefern. Speziell hatten nur 2% der Projekte und 7% des potenziellen CER-Angebots eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ihre Emissionsreduktionen zusätzlich und nicht überschätzt sind - das sins erschreckend niedrige Zahlen!\nZwischenzusammenfassung: Carbon Credits Halten nicht Immer, Was Sie Versprechen\u0026hellip; Weil sie entweder die Kriterien der Permanenz oder Zusätzlichkeit nicht erfüllen oder die berechnete Baseline und damit die Anzahl der ausgestellten CO2-Zertifikate ein höheres Reduktionspotenzial bescheinigt, als tatsächlich vorhanden ist. Deshalb ist die durch Carbon Offsets erworbene Net-Zero-/Klimaneutralität häufig nicht zutreffend. Diese Punkte werden auch in diesen zwei Videos aufgegriffen.\nLast Week Tonight 2023 Carbon Offsets - große Empfehlung! DW Planat A - Why Carbon Offsets are worse than you think gute Zusammenfassungs insbesondere der Nature-Based Reduktionsprojekte wie Wald-Aufforstung Der Freiwillige Kohlenstoffmarkt Verzögert Den Wandel Hin Zur Klimaneutralität # Ein weiterer Grund und meiner Meinung die relevanteste Problematik, warum Carbon Offsetting, also die Praktik des Kompensieren selbst, problematisch ist, liegt in der Annahme, dass es den Wandel zur Klimaneutralität verzögert. Dies lässt sich am besten an einem Beispiel erklären:\nNehmen wir zwei Unternehmen, die Chemikalien herstellen, die beispielsweise für Medikamente benötigt werden. Für die Produktion wird große Hitze benötigt, die nicht durch Erdwärme oder Sonnenenergie erzeugt werden kann, sondern Gas erfordert. Eine wirklich CO2-neutrale Alternative, wie zum Beispiel Wasserstoff, der anstelle von Erdgas verbrannt wird, ist noch nicht marktreif, und es bedarf entsprechender Infrastruktur, um Wasserstoff bis zur Chemiefabrik zu transportieren. Unternehmen A investiert in Forschung und Entwicklung, um die Umstellung auf Wasserstoff vorzunehmen und so seine Emissionen zu reduzieren. Unternehmen B hingegen kompensiert die durch Erdgas verursachten Emissionen. Auf dem Papier ist Unternehmen B klimaneutral, und falls Unternehmen A ebenfalls klimaneutral sein möchte, hat es wesentlich höhere Kosten, da es in Entwicklung investiert. Dies führt dazu, dass es bei sonst gleichen Ausgaben einen höheren Preis verlangen müsste und somit weniger wettbewerbsfähig wäre. Das Kompensieren führt also dazu, dass Investitionen in klimafreundlichere Technologien oder Geschäftsmodelle unterbleiben. Eine frühe Investition ist jedoch notwendig, da, wie im Beispiel beschrieben, Infrastrukturmaßnahmen nicht von heute auf morgen entstehen und solche Technologien notwendig sind, um weltweit wirklich (und nicht nur bilanziell) Klimaneutralität zu erreichen, was insbesondere für Länder des Globalen Südens sonst nur schwer finanzierbar ist (siehe: Hannah Ritchie - Small Emitters \u0026raquo; Große Empfehlung sich mit anderen Aritkeln dieser Frau zu beschäften!!) .\nDer Grund, warum frühe Investitionen in klimafreundliche Technologien diese für weniger wohlhabende Regionen finanzierbar machen, basiert auf der \u0026ldquo;Lernkurve\u0026rdquo;. Dies lässt sich gut an den sinkenden Preisen für Solarmodule zeigen. Die Idee dahinter ist einfach: Wenn sich die installierte Solarkapazität verdoppelt, sinkt der Preis pro kWp Solarmodul um 20%.\nWenn ich jetzt als Unternehmen oder andere Organisation meine CO2-Emissionen kompensiere (zum Beispiel, weil es günstiger ist als Solarmodule zu kaufen und zu installieren), dann kann dieser Kostenreduktionseffekt (Lernkurveneffekt) gesellschaftlich nicht so umfänglich erzielt werden, wodurch nicht erneuerbare Energieträger wettbewerbsfähiger bleiben. Gleichzeitig benötigen wir den Lernkurveneffekt, damit wir real die Dekarbonisierung langfristig für die gesamte Welt schaffen – was nur möglich ist, wenn die notwendige Technologie kostengünstig, robust und langlebig ist – und nicht nur auf dem Papier oder bilanziell für einzelne Unternehmen. Wenn jedoch, wie bei der Solarenergie mittlerweile der Fall, genügend Kapazität installiert wurde und der Lernkurveneffekt stark genug war, wird diese klimafreundlichere Technologie günstiger als zum Beispiel fossile Energieträger.\nWie sieht es nun in der Praxis aus? Vermeiden Unternehmen ihre Emissionen, indem sie zum Beispiel klimafreundliche Technologien implementieren, oder kompensieren sie doch eher ihre Emissionen? Basierend auf der investigativen journalistischen Arbeit der Zeit und des Guardian wird deutlich, dass viele Unternehmen massiv zu den kostengünstigeren Kompensationen greifen und gleichzeitig die realen Emissionen von vielen (großen) Unternehmen weltweit sogar zunehmen. Sie vermeiden und reduzieren also weniger, sondern kompensieren stattdessen in größerem Stil.\nEin Artikel der Zeit vom letzem Jahr: Hier Ein Artikel des Guardian letzem Jahr: Hier) Sie halten also an ihrem Geschäftsmodell fest, welches immer mehr den Klimawandel verstärkt, und erkaufen sich Klimaneutralität und das grüne Umweltimage durch CO2-Zertifikate.\nDie Konsequenzen sind zweierlei:\na) Unternehmen, die kostenintensive (jedoch gesellschaftlich wertvolle) Maßnahmen zur Vermeidung ihrer Emissionen ergreifen, sind entweder bei gleich viel investiertem Geld nicht klimaneutral oder müssen wesentlich mehr Geld aufbringen. In beiden Fällen sind sie weniger wettbewerbsfähig. Und b) Carbon Credits halten häufig nicht was sie Versprechen: Wegen der Probleme der CO2 Zertifikate selbst sind Unternehmen die für jede emittierte CO2 Tonne ein Zertifikat kaufen häufig gar nicht klimaneutral und verstärken so die Wettbewerbsverzerrung, da ein großer Teil der günstigen, Natur-Based Zertifikate aufgrund der fehlenden Permanenz, Zusätzlichkeit und falscher Baseline-Berechnung weniger CO2 kompensiert, als sie versprechen – und das viel weniger. Rebound Effekte+ # Ein weiterer Grund, warum CO2-Kompensationen problematisch sind, sind die Rebound-Effekte. Rebound-Effekte sind unbeabsichtigte Konsequenzen der Umsetzung von Richtlinien oder Verhaltensänderungen, die zu einer teilweisen oder vollständigen Umkehr der beabsichtigten Vorteile führen können. Diese Effekte werden in verschiedenen Kontexten beobachtet, wie zum Beispiel beim Energieverbrauch, Verkehr und Ressourcenschutz. Zum Beispiel: Nach dem Kauf einer energieeffizienteren Heizung erhöhe ich vielleicht die Durchschnittstemperatur, wodurch die Energieeinsparungen zumindest teilweise wieder zunichte gemacht werden. Oder ein persönliches Beispiel: Ich habe das Glück, an die Geothermie-Fernwärme angeschlossen zu sein. Freue ich mich darüber, dass meine verbrauchte Wärme ziemlich klimafreundlich ist? Ja. Dusche ich deshalb immer wieder länger und heißer? Definitiv. Diese Effekte sind insbesondere auf der Ebene individueller Konsumenten erforscht worden.\nWie können sich solche Rebound-Effekte in Bezug auf Carbon Offsets einstellen? Aus der Perspektive der Konsumenten kann die Annahme, dass ein Produkt \u0026ldquo;klimaneutral\u0026rdquo; ist, dazu führen, dass sie es konsumieren, ohne über dessen tatsächliche Umweltauswirkungen nachzudenken. Ähnlich kann ein Unternehmen, das sich als \u0026ldquo;klimaneutral\u0026rdquo; betrachtet, dazu verleitet werden, umweltschädlichere Praktiken, wie mehr Inlandsflüge, zu übernehmen, da es glaubt, dass seine Emissionen bereits ausgeglichen sind. Darüber hinaus kann das Label \u0026ldquo;klimaneutral\u0026rdquo; den Fortschritt eines Unternehmens suggerieren, der in Wirklichkeit nur außerhalb und unabhängig vom Unternehmen selbst existiert. Dies kann dazu führen, dass solche Unternehmen fälschlicherweise mit solchen gleichgesetzt werden, die tatsächlich ihre Emissionen reduzieren, was ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels vermittelt.\nEin weiterer Effekt, der ein ähnliches Resultat wie die Rebound-Effekte hat, nämlich dass die Einsparungseffekte an anderer Stelle \u0026ldquo;aufgebraucht\u0026rdquo; werden, ist der Leakage-Effekt. Dieser tritt insbesondere bei Waldprojekten auf und lässt sich ungefähr so beschreiben: Der Schutz alter Wälder, die wertvoll für den Klimaund Artenschutz sind, garantiert nicht, dass die Nachfrage nach Holz und landwirtschaftlichem Land nicht auf andere, manchmal direkt angrenzende Standorte verlagert wird, was zu Entwaldung und Landnutzungsänderungen führt. Der Schutz ganzer Landschaften adressiert dieses Problem besser als einzelne Projekte, die auf CO2-Gutschriften abzielen. Annahmen, dass CO2 ohne Schutz emittiert worden wäre, was impliziert, dass der Wald zerstört worden wäre, wenn er nicht durch den Kauf von Zertifikaten gerettet worden wäre, sind schwer zu überprüfen.\nDies war ein mitentscheidender Faktor für die Entscheidung der UN, den Waldschutz nicht in ihr staatliches Kompensationsprogramm im Kyoto-Protokoll von 1997 aufzunehmen. Ähnlich konzentrieren sich \u0026ldquo;Gold Standard\u0026rdquo;-Kompensationsprojekte, die von mehreren NGOs (z.B. WWF) im Jahr 2003 initiiert wurden, auf Solarinstallationen und Baumpflanzungen anstatt auf den Waldschutz.\nZusammenfassung # Die Praxis der CO2-Kompensationen, auch bekannt als Carbon Offsets ist problematisch aus verschiedenen Gründe, meiner Ansicht nach der am schwerwiegendste: Sie kann den dringend notwendigen Wandel hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft verzögern. Der Kern dieses Problems liegt darin, dass die Nutzung von Kompensationen die Lernkurve für Decarbonisierungstechnologien oder Geschäftsmodelle hemmt. Anstatt in die Entwicklung und Implementierung nachhaltiger Technologien oder Geschäftsmodelle zu investieren, die langfristig zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen führen könnten, ermöglichen Carbon Offsets Unternehmen und Individuen, ihre Emissionen auf dem Papier auszugleichen, ohne tatsächliche Veränderungen in ihrem CO2-Fußabdruck vorzunehmen. Dies führt nicht nur zu einer verzerrten Wahrnehmung von Klimaneutralität, sondern verzögert auch den klimafreundlicher Fortschritt und die gesellschaftliche Anpassung, die für die Bewältigung der Klimakrise unerlässlich sind.\nDarüber hinaus ist die Effektivität vieler Carbon Credits fragwürdig, da nicht alle die Kriterien der Permanenz und Zusätzlichkeit erfüllen und die Berechnung der tatsächlich eingesparten CO2-Mengen oft unzureichend ist. Insbesondere naturbasierte Lösungen wie Aufforstung oder Moorschutzprojekte stehen in der Kritik, da ihre langfristige CO2-Bindung nicht immer gewährleistet ist. Zudem können Rebound-Effekte und Leakage-Effekte die positiven Umweltauswirkungen von Kompensationsmaßnahmen zusätzlich mindern. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, den Fokus verstärkt auf direkte Emissionsreduktionen und den Ausbau erneuerbarer Energien zu legen, um eine wirkliche und nachhaltige Verringerung der Treibhausgasemissionen zu erreichen und den Weg zu einer klimaneutralen Gesellschaft nicht zu behindern.\n","date":"15 April 2024","externalUrl":null,"permalink":"/posts/2024-04-16-carbon-offsets-part2-wieso-sind-co2-kompensationen-problematisch/","section":"Posts","summary":"In diesem Beitrag wird die Frage Beantwortet warum Carbon Offsets/CO2-Kompensation eigentlich problematisch sind in der Art und weise wie sie heute hauptsächlich verwendet werden.","title":"Wieso sind CO2-Kompensationen eigentlich problematisch?","type":"posts"},{"content":" TLDR # Bei einem Blick auf die Nachhaltigkeits-Rankings könnte man meinen, dass vor allem skandinavische und europäische Länder in Sachen ökologischer Nachhaltigkeit die Nase vorn haben. Schaut man sich jedoch das Modell der planetaren Grenzen an, sieht die Sache schon anders aus: Diese Länder verbrauchen deutlich mehr, als die Erde regenerieren kann, währenddessen Länder des globalen Südens häufig innerhalb der ökologischen Belastungsgrenze bleiben Wenn man wissen will, welche Länder am nachhaltigsten sind, landet man schnell bei verschiedenen Rankings, die Skandinavien ganz oben sehen. Laut dem Environmental Performance Index (EPI) 2022 sind Dänemark, Großbritannien, Finnland, Malta, Schweden und Luxemburg besonders nachhaltig 1. Norwegen wurde auch als das nachhaltigste Land der Welt bezeichnet, gefolgt von Schweden, Finnland und der Schweiz3. Der EPI berücksichtigt verschiedene umweltrelevante Faktoren wie Klimawandel, Biodiversität, Luftqualität, Wasserverschmutzung, Ökosystemleistung und vieles mehr.\nDiese Bewertung deckte sich ziemlich mit meiner bisherigen Vorstellung darüber, welche Länder nachhaltiger sind und welche weniger. Doch dann stieß ich auf dieses Paper: The social shortfall and ecological overshoot of nations von Fanning et al. 2021. Sie präsentieren eine etwas andere Analyse.\nDer Norden Verbraucht Mehr Als Der Süden # Was haben Fanning et al. in ihrem Paper gemacht? Sie haben die Auswirkungen auf verschiedene Erdsysteme von 1990 bis 2015 ausgewertet, basierend auf verschiedenen Datenbanken. Mit Hilfe einer abgewandelten Variante des Modells der planetaren Grenzen und berechneten Schwellenwerten haben sie für jedes Land den Overshoot, also den Überverbrauch, berechnet. Die Schwellenwerte für die Länder wurden auf der Grundlage von alternativen Ansichten zur Verteilungsgerechtigkeit berechnet.\nDas Modell der planetaren Grenzen wurde erstmals 2009 von Johan Rockström und einer Gruppe von 28 international anerkannten Wissenschaftlern vorgestellt. Aktuelle Untersuchungen aus dem Jahr 2023 nehmen mittlerweile alle neun Erdsysteme unter die Lupe und kommen zu dem Ergebnis, dass sechs davon überbeansprucht werden. Die Schwellenwerte für die einzelnen Länder wurden auf Basis alternativer Sichtweisen zur Verteilungsgerechtigkeit berechnet. Wer sich dafür näher interessiert, kann das hier nachlesen: Allocating planetary boundaries to large economies: Distributional consequences of alternative perspectives on distribitive fairness - ScienceDirect.\nDie folgenden drei interaktiven Weltkarten zeigen den Überverbrauch (Overshoot) der Länder in Bezug auf CO2-Emissionen, Landnutzungsänderungen und Materialverbrauch. Je dunkler die Farbe, desto stärker wird das jeweilige Erdsystem überbeansprucht.\nFür alle drei Karten habe ich die Daten verwendet, die Fanning et al. in ihrem Paper verwendet haben(https://goodlife.leeds.ac.uk/). Den Code für die Erstellung dieser Karten findet ihr in diesem GitHub-Repository 😆 (war eine cool Herausforderung diese Karte so zu bauen → Feedback/Verbesserungsvorschläge sind gerne willkommen). Tipp: Ihr könnt alle drei interaktiven Karten in einem neuen Tab öffnen und euch in groß anschauen. Über die einzelnen Länder zu schweben und den Slider zu verschieben, ist ziemlich cool - Feedback und Verbesserungsvorschläge sind jederzeit willkommen!\nÜberschreitung an CO2-Emissionen # Die erste animierte Weltkarte zeigt die Überschreitung (Overshoot) der Länder in Bezug auf die CO2-Emissionen. Je dunkler die Farbe, desto stärker belasten die Länder das Erdsystem und die Zahlen geben an, um das wievielfache das jeweilige Land das Erdsystem überbeansprucht. Wenn alle Zahlen unter oder gleich 1 liegen, bedeutet dies, dass das Land sich im sicheren Bereich befindet, während Zahlen größer als 1 außerhalb der planetaren Grenzen liegen. Eine Zahl von 3 bedeutet also, dass das Land drei Erden benötigen würde um innerhalb der Belastungsgrenze zu bleiben.\nHier das gleiche als interactives html: Interactive CO2 Emissions Karte\nÜberschreitung Der Landnutzungsgrenzen # Die zweite Karte zeigt den \u0026ldquo;Land Use Change Overshoot\u0026rdquo;. Dieser Begriff bezieht sich auf die Überschreitung der ökologischen Grenzen durch die Veränderung der Landnutzung. Das bedeutet, dass die menschliche Aktivität die nachhaltige und regenerierbare Nutzung von Land übersteigt, was negative Auswirkungen auf die Umwelt haben kann. Klassische Beispiele sind die Auslaugung der Böden oder die Versiegelung der Böden durch Gebäude und andere Infrastrukturen.\nHier das gleiche als interactives html: Interactive Landnutzungsgrenzen Karte\nÜberbeanspruchung Des Material-Fußabdrucks # Die dritte Karte zeigt den Material-Fußabdruck der einzelnen Länder. Der \u0026ldquo;Material Footprint\u0026rdquo; bezieht sich auf die Gesamtmenge an Rohstoffen, die zur Deckung des Verbrauchs abgebaut wird. Dazu gehören Metalle, Biomasse, fossile Brennstoffe und nichtmetallische Mineralien. Ein Überschuss beim Material-Fußabdruck bedeutet, dass wir Ressourcen schneller abbauen und verbrauchen, als die Erde sie regenerieren kann. Dies führt zu Ressourcenverknappung, Zerstörung von Lebensräumen und Verlust der Artenvielfalt.\nHier das gleiche als interactives html: Interactive Material-Fußabdruck Karte\nUnd Jetzt? # Meine ursprüngliche Annahme war, dass vor allem skandinavische Länder besonders ökologisch nachhaltig sind. Auch die Top 20 des Environmental Performance Index sind durchweg Länder des globalen Nordens. Die Analyse von Fanning et al. zeichnet jedoch ein ganz anderes Bild: Vergleicht man die einzelnen Länder mit den thematischen Karten, stellt man fest, dass die vom EPI als besonders nachhaltig eingestuften Länder weit über den Belastungsgrenzen liegen. Viele Länder des globalen Südens hingegen bleiben innerhalb dieser Grenzen. Ich denke, wir sollten unsere Sichtweise auf skandinavische und andere Länder des globalen Nordens, die viel für den Umweltschutz und sauberes Wasser tun, überdenken. Wir sollten sie nicht als einzige Indikatoren für ökologische Nachhaltigkeit betrachten. Genau für solche Analysen-Zwecke wurden Modelle wie die \u0026ldquo;Planetary Boundaries\u0026rdquo; und \u0026ldquo;Ecological Ceilings\u0026rdquo; entwickelt. Lasst uns diese als Maßstab verwenden! ","date":"28 Januar 2024","externalUrl":null,"permalink":"/posts/2024-01-28-earth-overshoot-vs.-nachhaltigkeits-ratings/","section":"Posts","summary":"Bei einem Blick auf die Nachhaltigkeits-Rankings könnte man meinen, dass vor allem skandinavische und europäische Länder in Sachen ökologischer Nachhaltigkeit die Nase vorn haben. Schaut man sich jedoch das Modell der planetaren Grenzen an, sieht die Sache schon anders aus; Diese Länder verbrauchen deutlich mehr, als die Erde regenerieren kann, währenddessen Länder des globalen Südens häufig innerhalb der ökologischen Belastungsgrenze bleiben","title":"Die skandinavischen Länder sind die nachhaltigsten ... oder doch nicht!","type":"posts"},{"content":" TLDR:\nCarbon Credits sind ein mehr oder weniger offizielles/standardisiert Versprechen, CO2 dauerhaft und zusätzlich zu binden oder zu reduzieren. Carbon Offsetting bezeichnet die Praxis Carbon Credits zu kaufen (jeglicher Art), um die eigenen CO2-Emissionen bilanziell; auf dem Papier auszugleichen. Carbon Offsets sind im Grunde Ausgleichszahlungen, die Organisationen oder Privatpersonen leisten, um ihren CO2-Fußabdruck bilanziell, also auf dem Papier, zu reduzieren. Sie funktionieren folgendermaßen: Man bezahlt andere Akteure dafür, Emissionen an anderer Stelle (in der Regel in Klimaschutzprojekten) zu reduzieren (z.B. durch den Ausbau erneuerbarer Energien) oder CO2 dauerhaft zu binden (z.B. durch Renaturierung von Mooren oder Waldprojekte). Wichtig ist, dass diese Projekte ohne die Ausgleichszahlungen nicht durchgeführt worden wären, da sie sonst nicht zu einer Netto-Reduktion der Emissionen der Organisation beitragen, die die Ausgleichszahlung leistet.\nDie erzielte Reduktion bzw. Bindung wird in Form von Carbon Credits handelbar gemacht. Ökonomisch gesprochen, reduzieren Carbon Credits und der Handel mit ihnen die Transaktionskosten zwischen den Ausgleichszahler:innen und den Projektbetreiber:innen. Die Organisation, die CO2 bindet bzw. verspricht zu binden oder zu reduzieren, stellt für jede Tonne gebundenen CO2 ein Zertifikat aus - ein Carbon Credit. Dieser kann gekauft werden. Durch den Kauf wandert der erzeugte Carbon Credit vom Projektbetreiber in die Bilanz des:der Käufer:in und reduziert so deren CO2-Bilanz auf dem Papier um die Menge der gekauften Carbon Credits. Carbon Credits\nRandnotiz: Ich finde den Begriff \u0026ldquo;Credit\u0026rdquo; wesentlich passender als \u0026ldquo;Zertifikat\u0026rdquo;. Der Grund dafür ist, dass er sprachlich darauf hinweist, dass die Ausschüttung von CO2 oder anderen Treibhausgasen tatsächlich ein Kredit ist, den wir, insbesondere in Form fossiler Energieträger, von der ökologischen Umwelt nehmen. Je mehr wir von diesen \u0026ldquo;Krediten\u0026rdquo; in Anspruch nehmen, desto höher werden die \u0026ldquo;Zinsen\u0026rdquo;, die wir als Gesellschaft (allerdings nicht die Emittenten allein oder anteilig, sondern am meisten die weniger Privilegierten) in Form von Klimafolgen (Stichwort Dürren, Starkregen, Hitzewellen, Wassermangel etc.) zu zahlen haben.\nDas bedeutet, wir erschaffen Carbon Credits, um diese \u0026ldquo;Ökosystem-Kredite\u0026rdquo; auszugleichen. Wenn das an die Finanzkrise von 2008 erinnert, würde ich sagen:\nPraktisches Beispiel # Nehmen wir als Beispiel eine Chemiefirma, die in ihrer Produktion Gas verbrennen muss und dabei CO2 freisetzt. Sie möchte zumindest bilanziell CO2-neutral sein. Diese Emissionen kann sie kompensieren, indem sie beispielsweise einen Teil eines Moores renaturieren lässt. Durch Untersuchungen kann man relativ genau bestimmen, wie viel CO2 ein Moor binden kann. Der Anbieter, der das Moor renaturiert, kann dann CO2-Zertifikate erstellen. Die Rechnung dabei ist einfach: Hat der Anbieter beispielsweise 10.000 Euro ausgegeben, um das Moor zu renaturieren und kann damit 500 Tonnen CO2 dauerhaft binden, könnte er, sofern er keinen Profit erwirtschaften möchte, das Zertifikat für je 20 Euro verkaufen. Wenn die Chemiefirma nun zufällig genau 500 Tonnen im letzten Jahr emittiert hat, aber behaupten möchte, dass sie Net-Zero bzw. bilanziell klimaneutral sind, müsste sie 500 Zertifikate kaufen. In diesem Fall würden 10.000 Euro von der Chemiefirma an die Organisation, die das Moor renaturiert hat, fließen. Alle sind glücklich, oder etwa nicht?\nWer das herausfinden will, muss wohl den nächsten Beitrag lesen.\n","date":"13 November 2023","externalUrl":null,"permalink":"/posts/2023-11-13-carbon-offsets-part1--was-sind-carbon-offsets-und-was-ist-der-unterschied-zu-carbon-credits/","section":"Posts","summary":"\u003cul\u003e\n\u003cli\u003eCarbon Credits sind ein mehr oder weniger offizielles/standardisiert Versprechen, CO2 dauerhaft und zusätzlich zu binden oder zu reduzieren.\u003c/li\u003e\n\u003cli\u003eCarbon Offsetting bezeichnet die Praxis Carbon Credits zu kaufen (jeglicher Art), um die eigenen CO2-Emissionen bilanziell; auf dem Papier auszugleichen.\u003c/li\u003e\n\u003c/ul\u003e\n","title":"Was sind Carbon Offsets und was ist der Unterschied zu Carbon Credits?","type":"posts"},{"content":" Note: Ich weiß nicht wie es euch geht aber mich frustriert es, wenn Textquellen nur im PDF-Format verfügbar sind. Es scheint immer noch viele Organisationen und Menschen zu geben, die ihre Inhalte ausschließlich in diesem Format veröffentlichen, ich bin kein großer Freund davon \u0026hellip;\nHier ist eine kurze Zusammenfassung meiner Gedanken zu den Vor- und Nachteilen von PDFs. Spoiler: die Nachteile überwiegen 😼.\nWarum gibt es eigentlich immer noch so viele PDFs? Ehrlich gesagt, nerven sie mich. Klar, für bestimmte Anwendungsfälle wie das Drucken oder Präsentationen auf fremden Endgeräten sind PDFs eine tolle Sache. Sie sorgen dafür, dass egal von welchem Betriebssystem aus ich eine PDF-Datei öffnete, alles gleich formatiert und mit derselben Schriftart dargestellt wurde. Aber mal ehrlich, wer druckt denn heutzutage noch alles aus?\nFrüher, als Informationen hauptsächlich am PC oder Laptop mit oder ohne externen Monitor konsumierten oder sie eben ausgedruckt haben, waren PDFs vielleicht noch sinnvoll und hilfreich. Aber jetzt, wo wir fast alles digital lesen und je nach Ort und Gerät an unterschiedlich großen Bildschirmen sitzen, sind PDFs einfach nur nervig. Jeder, der schon mal versucht hat, in der U- oder anderen Bahnen ein PDF auf dem Handydisplay zu lesen, weiß genau, was ich meine.\nWarum haben wir bei Internetseiten das Responsive Design entwickelt, das sich an die Bildschirmgröße anpasst, aber halten immer noch so stark an PDFs fest? Warum werden so viele Reports und Studien nur im PDF-Format veröffentlicht? Es wäre wirklich praktischer, wenn Inhalte in einem flexibleren Format gespeichert werden würden. Ach was wäre es schön ein Format zu haben, das sich je nach Bildschirm- oder Fenstergröße sinnvoll darstellt und von jedem fähigen Reader, wie zum Beispiel einem Browser, problemlos gelesen werden kann. Spoiler: Diese Formate gibt es bereits, und schon länger z.B: EPUB, HTML oder Markdown, diese lassen sich besser an verschiedene Endgeräte konsumieren.\nEin weiterer Vorteil, der oft für PDFs genannt wird, ist ihre Unverfälschbarkeit. Allerdings ist das nicht ganz korrekt. Zwar kann ein PDF nicht so einfach manipuliert werden wie eine Word-Datei, HTML- oder Markdown-Datei, aber für kleinere Änderungen ist es durchaus möglich. Zudem können Dateien heutzutage digital signiert werden, um ihre Herkunft zu bestätigen. Daher bieten PDFs keine Vorteile gegenüber flexibleren Dateiformaten in Bezug auf Unverfälschbarkeit. Flexiblere Formate sind außerdem wesentlich einfacher durchsuchbar. Im Gegensatz zu PDFs ermöglichen sie eine effiziente Volltextsuche, auch über mehrere Dateien hinweg, was die Auffindbarkeit von Informationen erheblich verbessert, insbesondere wenn man viele Dateien gleichzeitig durchsuchen möchte. Zudem können Hervorhebungen und Markierungen in diesen Formaten wesentlich einfacher weiterverarbeitet werden. Man kann Textpassagen extrahieren, in andere Dokumente einfügen (auch automatisiert 😻) oder für spätere Referenzen speichern. Das erleichtert die Arbeit mit den Inhalten erheblich und spart Zeit und Aufwand.\nInsgesamt ist es daher für mich nur schwer verständlich, warum immer noch so stark an PDFs festgehalten wird, obwohl wir fast alles digital lesen und uns an unterschiedlich großen Bildschirmen befinden. Responsive Design wurde für Internetseiten entwickelt, um sich an die Bildschirmgröße anzupassen, aber PDFs sind immer noch weit verbreitet. Ich würde es sehr begrüßen wenn wir uns von der Verwendung von PDFs lösen und stattdessen auf flexiblere Formate setzen würden, die besser an die moderne Art Texte zu konsumieren angepasst sind.\nAlso meine Bitte an euch liebe_r Leser_in: Wollt ihr Inhalte in Textform zur verfügung stellen? Bitte nicht als PDFs! oder zumindest nicht nur\u0026hellip;🙏\n","date":"22 Oktober 2023","externalUrl":null,"permalink":"/posts/wieso-werden-viele-inhalte-immer-noch-als-pdf-veroffentlicht/","section":"Posts","summary":"PDFs sind unflexibel und passen sich nicht gut an moderne Informationskonsumgewohnheiten an, während Formate wie EPUB, HTML und Markdown besser an verschiedene Endgeräte angepasst werden können","title":"Wieso werden viele Inhalte immer noch (nur) als PDF veröffentlicht?","type":"posts"},{"content":" Der Zweck von Nachhaltigkeitsberichten besteht darin, dass Organisationen transparent über nicht-finanzielle Impacts kommunizieren. Allerdings sind die meisten Berichte langweilig und enthalten viele Worte um nichts, sowie Standardbilder. Trotzdem werden sie erstellt, da insbesondere Investoren und Shareholder die Existenz eines Berichts als entscheidend erachten, unabhängig vom Inhalt. Eine schnelle Überfliegung eines Berichts reicht aus, um zu bewerten, ob die Organisation ihre Verantwortung wahrnimmt oder nicht. Dabei sollte man darauf achten, dass das Geschäftsmodell beschrieben wird, relative Zahlen bezüglich der negativen Auswirkungen verwendet werden, ob konkrete Ziele einschließlich Kennzahlen und Maßnahmen genannt werden und wie die Auswahl der zu berichtenden Themen erfolgt ist. Immer mehr Akteure, insbesondere in der Unternehmenswelt, beschäftigen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Hier hat sich in den letzten Jahren enorm viel verändert und es verändert sich weiter. Basierend auf verschiedenen Umfragen großer Unternehmensberatungen ist das Thema Nachhaltigkeit eines der Top-Themen von Unternehmen. Der Hauptgrund dafür ist die beschlossene und zeitnah anstehende ausführliche Nachhaltigkeitsberichtspflicht. Ähnlich dem Finanzbericht wird sich nicht gerade mit Freudensprüngen auf diese Aufgabe gestürzt, weil es mit sehr viel Aufwand verbunden ist und anders als beim Finanzbericht nicht so einfach ist, woher die nötigen Daten kommen werden. Gleichzeitig wird auch jetzt schon einiges an Aufwand betrieben, um einen Nachhaltigkeitsbericht zu schreiben. Warum eigentlich?\nIn diesem Artikel möchte ich mit euch meine Gedanken zum Sinn und Zweck von Nachhaltigkeitsberichten darlegen und vielleicht ein paar Vorschläge anbieten, wie ihr schnell und ohne viel vom Nachhaltigkeitsbericht zu lesen, evaluieren könnt, wie wichtig das Thema Nachhaltigkeit für die entsprechende Organisation ist.\nSeien wir ehrlich, die große Mehrheit der Nachhaltigkeitsberichte, sind super langweilig. Meistens höre ich nach wenigen Seiten auf zu lesen und fliege nur noch über die Seiten. Ein großer Einheitsbrei mit vielen Wörtern und random Stockfotos, die aufzeigen (sollen), wie wichtig das Thema Nachhaltigkeit für das entsprechende Unternehmen ist. Nichtsdestotrotz finde ich es richtig, dass Unternehmen berichten müssen. Warum? Weil diese Berichte der Kommunikation von nicht-finanziellen Informationen zu den Stakeholdern dienen und es sollte der Ort sein, an dem ich die nackte Wahrheit über die Lage der Organisation herausfinden kann. Also, wie viel (quantifiziert) negativen Impact die Organisation hat, damit ich fundiert entscheiden kann, ob ich mit dieser in Beziehung treten möchte oder nicht. Leider lese ich in den Berichten mehr von irgendwelchen Wildblumenwiesen vor der Produktionsanlage als positivem Impact für die Biodiversität als über die Anzahl an Quadratmetern an Boden, die für eben jene Anlage versiegelt wurden.\nLasst uns das Ganze etwas mehr aufdröseln. Dafür lohnt es sich, der Frage nachzugehen, was eigentlich der Sinn und Zweck von Nachhaltigkeitsberichten ist. In erster Linie verfolgen sie das Ziel, Transparenz herzustellen. Diese ist nötig, da für verschiedene Interessensgruppen nicht nur die finanzielle Leistung der Organisation von Bedeutung ist, sondern auch die Nachhaltigkeitsleistung. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Schokoladenoder Kaffee-Produktion. Viele Menschen möchten ungern Schokolade kaufen, die durch Kinderarbeit hergestellt wurde oder für die der Regenwald abgeholzt wurde. Da aus einem Finanzbericht keiner der beiden Punkte hervorgeht, braucht es Nachhaltigkeitsberichte. Idealerweise (durchaus angelehnt an Finanzberichte) wird so sowohl eine Vergleichbarkeit zwischen Organisationen ähnlicher Art (beispielsweise in der gleichen Industrie) als auch innerhalb der Organisation auf der Zeitachse hergestellt, um zu evaluieren, ob sich die Organisation verbessert hat.\nBasierend auf diesem ersten Zweck ergibt sich noch ein zweiter indirekter Zweck. Nämlich, einen Anreiz zu haben, nicht die negativen Impacts (bzw. Schadschöpfung) der Organisation zu verringern. Da sonst das Risiko besteht, dass Kunden oder andere Interessengruppen nicht mit der Organisation interagieren wollen (was sich dann auch auf die Finanzen des Unternehmens auswirkt). Diese Logik basiert auf der Idee des Stakeholder-Capitalismus (JFGI - zwinker).\nDa ich versuche, solche Zusammenhänge immer visuell darzustellen, habe ich ein kurzes Modell erstellt, das ich \u0026ldquo;First and Second Order Purpose of Sustainability Reporting\u0026rdquo; nenne.\nEs zeigt, dass das Hauptziel von Nachhaltigkeitsberichten die Transparenz und Vergleichbarkeit nicht finanzieller Aspekte ist. Allerdings führt der Wunsch, in der Öffentlichkeit gut dazustehen, dazu, dass die entsprechende Organisation nachhaltiger wird.\nObwohl es schwierig ist, eine fundierte Datenanalyse durchzuführen, da quantitative Daten auf Unternehmensebene nicht wirklich vorhanden oder zugänglich sind, glaube ich guten Gewissens, dass beide Ziele bisher nicht erreicht wurden.\nWenn das der Fall ist, warum machen sich dann so viele Unternehmen die Mühe, einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen? Meiner Meinung nach liegt die Antwort auf diese Frage darin, dass die Existenz von Nachhaltigkeitsberichten für einen der mächtigsten Interessengruppen von Organisationen (Aktionären/Investoren) von Interesse ist. Die angewandte Logik lautet wie folgt: Wenn Organisation A einen Nachhaltigkeitsbericht hat, ist das Thema wichtig für A - sonst würde es sich nicht lohnen, so viel Aufwand und Geld in die Erstellung eines Berichts zu investieren. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich auch schon oft dabei erwischt, so zu denken, z.B. als ich den Nachhaltigkeitsbericht von Shell gelesen habe\u0026hellip;\nEs sollte klar sein, dass die Existenz von Nachhaltigkeitsberichten wenig mit der Nachhaltigkeitsleistung einer Organisation zu tun hat. Das gilt auch für die Anwendung von freiwilligen etablierten Standards wie GRI (hier möchte ich erneut Shell als Beispiel a# nführen), auch wenn diese Standards die vorher beschriebene Logik noch weiter verstärken. Nach dieser Feststellung, habe ich begonnen, eine Liste von Kriterien zu erstellen, die ich bei der Nachhaltigkeitsbewertung von Organisationen heranziehe.\ndas Geschäftsmodell einer Organisation. Hierbei ist es für mich wichtig zu klären, ob das Unternehmen grundsätzlich dazu beiträgt, eine nachhaltigere Welt zu schaffen oder ob es im Gegenteil eher umweltschädliche Praktiken verfolgt. Beispielsweise wird ein Ölkonzern immer umweltschädlich sein, unabhängig davon, wie sehr er sich bemüht, seine Praktiken zu verbessern.\nRelative Zahlen. Diese ermöglichen es mir, die Nachhaltigkeitsleistung einer Organisation im Verhältnis zu ihrer Größe oder Branche zu bewerten. Zudem ist es für mich wichtig zu sehen, ob die Organisation ihre Zahlen zum Vorjahr vergleicht, um ihre Fortschritte transparent darzustellen.\nEinbeziehung von Stakeholdern. Hierbei ist es für mich wichtig zu sehen, welche und wie die Organisation ihre Interessengruppen einbezieht und welche Maßnahmen sie ergreift, um deren Bedürfnisse und Anliegen zu berücksichtigen.\nWesentlichkeitsanalyse Dabei ist es für mich wichtig zu wissen, wie die Analyse durchgeführt wurde und welche Themen als wesentlich identifiziert wurden. Auch ist es für mich wichtig zu sehen, welche Themen nicht als wesentlich eingestuft wurden und warum.\nStrategie für wesentliche Themen Dies beinhaltet Ziele, Indikatoren und Maßnahmen. Eine klare Strategie zeigt mir, dass die Organisation ihre Nachhaltigkeitsziele ernst nimmt und sich aktiv bemüht, diese zu erreichen und nicht nur erzählt wie wichtig das Thema ist.\nMeine Vorgehensweise bei der Bewertung von Nachhaltigkeitsberichten ist derzeit folgende: Je mehr der genannten Kriterien erfüllt sind, desto ernsthafter nimmt die Organisation ihre Verantwortung wahr. Das Schöne daran ist, dass man in der Regel nicht viel lesen muss, um diese Punkte zu bewerten. Ein schnelles Überfliegen des Berichts reicht meist aus. Sind die genannten Kriterien nicht erfüllt, steht dementsprechend wenig in dem Bericht.\n","date":"17 Juni 2023","externalUrl":null,"permalink":"/posts/2023-06-nachhaltigkeitsbericht_sinnundzweck/","section":"Posts","summary":"Der Zweck von Nachhaltigkeitsberichten und wie man sie schnell und mit wenig Aufwand einstufen kann","title":"Nachhaltigkeitsberichte ihr Zweck und ein paar Tipps zum bewerten dieser","type":"posts"},{"content":" 5 Praktiken und 4 Gewohnheiten, um möglichst effektiv zu arbeiten, die empfundene Belastung zu reduzieren, nach der Arbeit abzuschalten und ausreichend Freizeit zu haben. Dies ist eine Übersicht über mein persönliches Produktivitätssystem, das ich während meines Masterstudiums entwickelt und weiterentwickelt habe. Es entstand aus der Notwendigkeit, zwei Masterprogrammen und einem Erweiterungsprogramm zu absolvieren und gleichzeitig als Freiberufler zu arbeiten. Es baut auf vielen bestehenden Erkenntnissen auf und wurde durch Zusammenfassungen von YouTubern und Mitgliedern der Obsidian-Community sowie anderen Büchern und Artikeln angepasst. Das System ist eigentlich ziemlich einfach und basiert auf 5 Praktiken und 4 Gewohnheiten.\nIm Laufe der Zeit haben sich die Anforderungen an das System verändert, insbesondere habe ich festgestellt, dass es mir schwer fällt, genug Freizeit und Zeit mit meinen Lieben zu verbringen. Außerdem konnte ich zwar immer mehr erledigen, aber dadurch wurde die gefühlte Belastung nicht reduziert. Daher hat sich das System immer wieder verändert und ich habe versucht, durch neue oder adaptierte Praktiken und Gewohnheiten einen Weg zu finden, der meine Bedürfnisse erfüllt:\nDie Funktionen, die mein System erfüllt, sind die folgenden:\nMeine Arbeitszeit möglichst effektiv zu nutzen Reduktion der gefühlten Belastung Möglichkeit zum Abschalten Nicht mehr Aufgaben/Projekte zu machen, als ich in dem zugewiesenen Zeitkontingent realistisch schaffen kann Genug Freizeit und Zeit mit wichtigen Menschen zu ermöglichen Wichtig ist auch: Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden: Ich habe oft versucht, das perfekte System für mich umzusetzen und jede Regel sehr streng zu befolgen. Wenn ich zum Beispiel vergessen hatte, alles aufzuschreiben, wurde ich wütend auf mich selbst. Aber die Praktiken und Gewohnheiten sind kein Selbstzweck sie helfen ruhiger, gelassener und widerstandsfähiger gegenüber überwältigenden Aufgaben zu werden. Wenn man mal keine Lust hat oder Gewohnheiten oder Praktiken nicht erfüllt durchgeführt werden, ist das okay und total in Ordnung!\nFünf Praktiken # Diese fünf Praktiken bilden das Fundament des Systems und stellen gewissermaßen Regeln oder Ratschläge dar, denen ich folge.\nAlles aufschreiben # Der Zweck dieser Praktik besteht darin, den Geist frei zu machen und das Gehirn zum Denken und Kreativsein zu nutzen und nicht zum Speichern oder Erinnern von Dingen. Dies basiert auf dem Zitat von David Allen und wird von vielen Menschen zitiert: \u0026ldquo;Dein Geist ist dazu da, Ideen zu haben, nicht sie festzuhalten\u0026rdquo;.\nWie funktioniert es: Die praktische Konsequenz lautet: \u0026ldquo;Immer wenn dir eine Aufgabe oder eine Idee in den Sinn kommt, schreibe sie auf\u0026rdquo;. Ich nutze Stift und Papier sowie OBSIDIAN, um alles festzuhalten, was mir in den Sinn kommt.\nÜbrigens: Wenn ich ein Software-Tool nennen müsste, das in den letzten 5-10 Jahren am meisten Einfluss auf meine Arbeitsweise und mein Denken hatte, dann ist es definitiv Obsidian. Es lohnt sich wirklich, einen Blick darauf zu werfen. Suche auf Youtube nach Obsidian, aber verliere dich nicht zu sehr in diesem Kaninchenbau.\nes ist die erste Praktik meines Produktivitätssystems. Leider weiß ich nicht mehr, wo ich darauf gestoßen bin. Google einfach die \u0026ldquo;Pomodori-Technik\u0026rdquo; und du findest eine Menge Blogartikel zu dieser Praktik.\nPomodori Technik und Pausen machen # Für mich besteht der Zweck dieser Praktik darin:\nMental: Die Arbeit wird machbare Häppchen aufgeteilt, was mich entlastet. Eine 4-stündige Lernsession scheint sehr schwer, aber 8 Blöcke von jeweils 25 Minuten + Pausen dazwischen scheinen für mich nicht so schlimm. Dadurch kann ich mich auf eine bestimmte Aufgabe konzentrieren und werde nicht von der Sorge übermannt ob ich die Aufgabe erledigen kann. Meine Konzentrationsfähigkeit nimmt nicht linear ab, sondern eher abrupt, besonders beim Studieren oder Lesen (nicht so sehr bei kreativen Tätigkeiten). Regelmäßige Pausen ermöglichen es mir, einen Schritt zurückzutreten und neu zu bewerten. Ich bin weniger abgelenkt. Wie funktioniert es:\nEntscheide, an welcher Aufgabe du arbeiten möchtest und bleibe dabei! Stelle einen Timer auf 25 Minuten ein → arbeite 25 Minuten (oder mehr, wenn das mehr dein Stil ist!). Wenn während eines Pomodori-Intervalls etwas auftaucht, das nicht mit der Praktik zusammenhängt, schreibe es auf, damit du es später überprüfen kannst. Nimm eine 5-minütige Pause → Überdenke, was du getan hast und was als nächstes kommt. Nach 4 Intervallen mache eine längere Pause (15 Minuten) und beginne von vorne. Wichtig: Während der 25min gibt es keine Ablenkungen - kein Handy und nix! Leider funktioniert dass nicht immer, ein wichtiger Anruf, wer spricht ein im Büro, der Uni oder sonst wo an, jedoch kann ich mein Arbeitsplatz so einrichten, dass möglichst wenig Ablenkung passiert (Handy weg, Benachrichtigung in Messenger Diensten aus usw.) Komplexe Aufgaben in machbare Aufgaben aufteilen # Diese Praktik war für mich entscheidend, um meine beiden Masterprogramme relative stressfrei zu absolvieren. Ich begann damit, weil ich das Gefühl hatte, von all den Fristen, Prüfungen, Projekten, Präsentationen und Aufsätzen überwältigt zu sein, die ich abschließen musste. Der Zweck dieser Praktik besteht primär darin, die Sorge und Unsicherheit zu reduzieren, ob ich die mir vorgenommenen Aufgaben erfüllen kann.\nZu Beginn jedes Kurses/Moduls habe ich die Aufgaben, die für den Abschluss des Moduls notwendig waren, entsprechend meinen Anforderungen aufgeschlüsselt. Zum Beispiel wurde ein Modul mit einer Prüfung am Ende und einem Aufsatz, der abgegeben werden musste, in Dutzende von Aufgaben unterteilt, wie z.B.:\nBesuch von Vorlesung 1, 2, 3\u0026hellip; Vorbereitung von Vorlesung 1, 2, 3\u0026hellip; Überprüfung von Vorlesung 1, 2, 3\u0026hellip; Zusammenfassung von Vorlesung 1, 2, 3\u0026hellip; Artikel X lesen Vorlesung 1, 2, 3\u0026hellip; lernen Prüfung schreiben Forschungsfrage für Aufsatz finden Rahmen des Aufsatzes entwerfen Aufsatz schreiben Aufsatz einreichen \u0026hellip; Diese Praktik führte zu einer seeeeehr langen Liste (Backlog) von Aufgaben, insbesondere wenn man mehr als 8 Module gleichzeitig hatte, aber da jede dieser Aufgaben machbar war, war das gesamte Projekt es auch. Immer wenn ich mich unsicher fühlte, ob ich ein Projekt oder Ziel abschließen kann oder von der Menge der Arbeit überwältigt war, überprüfte ich das Backlog und bewertete neu, ob die Aufgaben wirklich machbar waren oder nicht.\nEine gute Indiz dafür, dass eine Aufgabe nicht machbar genug ist, ist:\nwenn ich während dem erledigen einer Aufgabe nicht vorstellen konnte, was der Zweck der Aufgabe ist, oder mir nicht vorstellen konnte, wie das Ergebnis der Aufgabe aussehen könnte. wenn ich nicht eine grobe Schätzung des Aufwands für die Aufgabe geben konnte oder der Aufwand weit über einen halben Tag hinausging Erkenntnise aus der Verhaltensökonomie zeigen, das realisierbare Aufgaben weniger Anstrengung von unserem Gehirn erfordern - für weitere Einblicke in dieses Thema empfehle ich das Buch \u0026ldquo;Schnelles Denken, langsames Denken\u0026rdquo;.\nSich vorstellen, was getan werden muss # Der Zweck dieser Praktik: Diese Praktik verfolge ich derzeit am wenigsten - leider! Wenn ich sie anwende, bin ich wirklich begeistert davon, wie viel Klarheit ich dadurch erhalte. Der Aufwand denn ich an Dingen arbeite wird dadurch zielgerichteter.\nDie Umsetzung: Der erste Schritt besteht darin, sich vorzustellen, was getan werden soll bzw. was das gewünschte Ergbeniss ist und wie die Eckpfeiler dieser aussehen. Es geht darum nicht blind zu starten sondern sich vorzustellen auf was man hinarbeitet. Ich bin der festen Überzeugung dass diese (scheinbar nicht produktive) Zeit, der Ergebnisvisualisierung auf lange Sicht zu gezielteren und effizienteren Handlungen führen. Dieser Prozess kann auch dazu genutzt werden, potenzielle Hindernisse zu identifizieren und einen Plan zu entwickeln, um sie zu überwinden.\nZuweisung der geschätzten Anzahl der erforderlichen Pomodori-Intervalle für jede machbare Aufgabe # Der Zweck dieser Praktik besteht hauptsächlich darin, eine flexible und einfache Tagesplanung zu ermöglichen. Wenn ich beispielsweise an einem Tag 8 Stunden arbeiten möchte, schaffe ich etwa 10-12 Pomodori, da immer unvorhergesehene Ereignisse dazwischen kommen können. Zudem kann ich eine plausible Gesamtaufwandschätzung von Projekten vornehmen.\nDer letzte Punkt ist besonders wichtig. Eine grundlegende Funktion meines Produktivitätssystems besteht darin, dass ich mich nicht überfordere. Diese Funktion wird durch diese Praktik erreicht, da ich durch das Aufsummieren aller Aufgaben (inklusive Deadlines) mit einer einfachen Rechnung sagen kann, ob ich ein Projekt schaffen kann oder nicht.\nDie Rechnung lautet wie folgt:\nWenn die Summe aller Pomodori größer ist als die Anzahl der restlichen Arbeitstage x 12, kann ich das Projekt sicher nicht schaffen. Ist die Summe kleiner als die restlichen Arbeitstage x 12 und größer als die restlichen Arbeitstage x 10, kann ich das Projekt schaffen, wenn alles gut läuft und keine unerwarteten Ereignisse dazwischen kommen. Ist die Summe kleiner als die restlichen Arbeitstage x 10, kann ich das Projekt ziemlich sicher schaffen. Diese Methode orientiert sich stark am Burn-Down Chart aus dem agilen Projektmanagement. Warum ich Pomodori und nicht einfach Stunden verwende, hat zwei Gründe: Zum einen fällt es mir leichter, in Pomodori zu denken, da ich besser einschätzen kann, was ich in 4 Pomodori im Vergleich zu 2 Stunden schaffe. Zum anderen fühlen sich Pomodori weniger strikt und fixiert an. Es handelt sich um eine Planung und Aufwandsschätzung, die (fast immer) nicht korrekt sein wird. Daher wirken Pomodori passender als feste Stunden- oder Minutenangaben.\nDie Umsetzung ist einfach: Man betrachtet die entsprechenden Aufgaben und überlegt, wie viele Pomodori man benötigt, um sie abzuschließen. Dann trägt man den entsprechenden Wert ein und summiert die Anzahl der noch offenen Pomodori.\nVier Gewohnheiten # Gewohnheiten oder Rituale sind ziemlich in Mode gekommen wenn es um Produktivität geht, Für mich sind Habits deswegen sehr gut geeignet weil sie zum einen mein Arbeiten strukturieren und ich mir nicht jedens mal neu überlegen muss wie ich etwas mache. Daher zielen meine Habits auch inbesondere auf den Anfang bzw. das Ende von Seperarierbaren \u0026ldquo;Blöcken\u0026rdquo; (z.B Arbeitstag oder Arbeitswoche). Jedes dieser vier Habits ist wirklich schnell erklärt und wiederspiegelt nur was mir grade guttut.\nBeginnen den Tag mit einer schönen Aktivität # Bevor ich auch nur an Aufgaben denke, öffne ich mein Postfach oder starte Obsidian, mache ich etwas Kleines, das mir Freude bereitet. In meinem Fall ist es das (Achtung Klischee Alarm) Kaffee kochen und trinken. Für mich ist dies aus zwei Gründen wichtig: Erstens starte ich so mit guter Laune in den Tag. Manchmal verfliegt diese auch schnell wieder, aber insgesamt hält dieses Gefühl eigentlich ziemlich lange an. Zweitens ist es eine Form der Konditionierung. Es ist für mich das klare Signal, dass der Tag beginnt und der Konzentrationsschalter auf \u0026ldquo;an\u0026rdquo; gelegt wird. Drittens hilft es, einen Schritt zurückzutreten und zur Ruhe zu kommen, auch wenn man das Gefühl hat, sich in endlose und viel zu viele Aufgaben zu stürzen.\nDie erste Aufgabe eines jeden Tages besteht darin, den Tag zu planen. # Bevor ich mit meinen Aufgaben beginne, überlege ich mir, welche aktuell anstehen und welche wichtig sind. Da alle Aufgaben bereits eine bestimmte Anzahl an Pomodori haben, ist die Tagesplanung schnell erledigt. Ich versuche nie mehr als 75% meiner geplanten Arbeitszeit mit Pomodori zu füllen. Falls ich mehr schaffen sollte, kann ich einfach weitere Aufgaben hinzufügen. Seit einem Jahr überlege ich mir auch, welche die wichtigste Aufgabe des Tages ist, die unbedingt erledigt werden muss.\nDie erste Aufgabe jeder Woche ist die Planung der Woche # Ähnlich wie die Tagesplanung ist die Wochenplanung das erste, was ich zu Beginn einer Arbeitswoche erledige. Diese Planung enthält entweder fixe Deadlines oder nur Themenfelder, an denen ich arbeiten möchte. Diese Planung ist weniger detailiert als die Tagesplanung\nRückblick und Reflexion der Woche # Zum Abschluss der Arbeitswoche reflektiere ich kurz in Stichpunkten, wie die Woche für mich war. Eine Hauptfunktion dieser Gewohnheit ist die Konditionierung, dass die Arbeitswoche zu Ende ist und Freizeit nun Priorität hat. Außerdem ermöglicht mir diese Gewohnheit, meine Aufgaben für die nächste Woche so zu gestalten, dass sie meinen Bedürfnissen entsprechen. Regelmäßiges Evaluieren hilft mir auch zu entscheiden, ob die aktuelle Situation passt oder ob ich Veränderungen benötige. Schließlich ist die Zeit zu schade, um frustriert oder überlastet zu sein.\nInsbesondere für die letzten zwei Gewohnheiten habe ich mit der Zeit einen \u0026ldquo;Fragekatalog\u0026rdquo; entwickelt, diese werde ich in einem nächsten Beitrag teilen und dann hier verlinken.\n","date":"19 Mai 2023","externalUrl":null,"permalink":"/posts/2023-05-my_productivity_system/","section":"Posts","summary":"5 Praktiken und 4 Gewohnheiten, um möglichst effektiv zu arbeiten, die empfundene Belastung zu reduzieren, nach der Arbeit abzuschalten und ausreichend Freizeit zu haben.","title":"🎉 Mein Produktivitätssystem","type":"posts"},{"content":" Ich glaube, dass individuelle Produktivitätssysteme viel mehr leisten können als nur effektiveres Arbeiten zu ermöglichen. Für mich ist ein Produktivitätssystem dann gut, wenn es Routinen und Praktiken beinhaltet, die dazu beitragen:\nunser Wohlbefinden zu steigern, einen besseren Umgang mit bestehenden Notwendigkeiten oder Situationen wie zum Beispiel einem nicht endenden Strom an anstehenden Aufgaben zu ermöglichen, und uns mehr Zeit für \u0026ldquo;nicht-notwendige\u0026rdquo; Aktivitäten zu geben, die uns einfach große Freude bereiten. Insbesondere der letzte Punkt findet meines Erarchtens zu wenig beachtung 💯\nAls ich darüber nachdachte, diese Webseite aufzusetzen, war eine meiner ersten Ideen, über \u0026ldquo;mein\u0026rdquo; Produktivitätssystem zu schreiben. Nicht weil ich denke, dass es besonders herausragend ist, sondern hauptsächlich, weil mich einige Freunde und Bekannte gefragt haben, wie ich es geschafft habe, zwei Master-Abschlüsse, ein Erweiterungsstudium und meine Teilzeit-Freiberuflichkeit unter einen Hut zu bekommen. Die Antwort darauf ist \u0026ldquo;mein\u0026rdquo; Produktivitätssystem, das im Wesentlichen aus einigen grundlegenden, routinemäßigen Praktiken und Regeln besteht, die ich anwende. Dieses System hat sich Schritt für Schritt organisch entwickelt und tut es immer noch.\nSeit ich an dem Post über mein System schreibe, merke ich, dass der Text einen Vibe bekommt, der mir nicht gefällt und den ich bei vielen Produktivitäts-Gurus und Erfolgcoaches kritisiere. Der Vibe lässt sich am besten beschreiben mit: \u0026ldquo;Bei Produktivität geht es darum, mehr aus sich rauszuholen, besser zu werden, mehr zu leisten\u0026rdquo;. Es wirkt auf mich häufig wie die unreflektierte Aussage: \u0026ldquo;Mehr ist immer besser\u0026rdquo;. Insbesondere aus linken Kreisen wird der Produktivitätshype häufig kritisiert, weil er die Inkarnation des Kapitalismus ist. Zum Teil stimme ich dieser Aussage auch zu, jedoch teile ich nicht die Kritik, die bei der Produktivität an sich ansetzt.\nWas meine ich damit? Produktivität an und für sich ist ein relatives ökonomisches Maß für das Verhältnis von Input zu Output. Liefert ein System B mehr Output bei gleichem Input als das System A, so ist das System B produktiver. Der Produktivitätshype zielt darauf ab, mehr aus sich herauszuholen, also mit den vorhandenen Ressourcen einen höheren Output zu generieren. Soweit so gut könnte man meinen, aber hier kommt Fluch und Segen des Begriffes Output ins Spiel.\nOutput ist zwar allgemein verständlich und auf alle Bereiche übertragbar. Durch diese Übertragbarkeit ist die Zielgruppe für persönliche Produktivitätssteigerung riesig. Alle kennen die Situation, dass man mehr machen möchte, als man Zeit und/oder Energie hat. Wenn ich es schaffe, schneller Aufgaben zu erledigen, kann ich noch andere Dinge tun - grundsätzlich erstrebenswert oder. Die Kehrseite davon ist, dass der Begriff Output unglaublich unspezifisch ist. Ähnlich wie der Begriff Effizienz ( Efficiency, Efficiency, Everyhwere Efficiency: From a Linguistic Detail to a Paradigm in Organization Studies – ConJunction (osconjunction.net)) ist die Produktivität immun gegen die Frage des qualitativen Outputs. Produktivitätssteigerung fragt nicht nach dem, WAS wir erreichen wollen, sondern nur nach dem WIE können wir mehr von dem WAS (auch immer) erreichen.\n(Disklaimer: jetzt wird es ein bisschen verkopft ….) Meiner Meinung nach führt die Fokussierung auf das \u0026ldquo;Wie\u0026rdquo; der Produktivität und die Abstraktion vom \u0026ldquo;Was\u0026rdquo; dazu, dass wir uns von der Frage entfernen, was wir eigentlich wollen, oder anders ausgedrückt, warum wir bestimmte Aufgaben oder Bereiche produktiver gestalten wollen. Wenn ich den ersten Absatz dieses Posts lese, habe ich den Eindruck, dass viele Befürworter:innen von Produktivität diese \u0026ldquo;Warum\u0026rdquo;-Frage zumindest unbewusst mit \u0026ldquo;weil man dann mehr machen kann\u0026rdquo; beantworten. Mehr Projekte, mehr Bücher lesen, mehr Aufgaben übernehmen - you-name-it. Ich will nicht leugnen, dass auch ich von diesem \u0026ldquo;Mehr\u0026rdquo; motiviert war. Ich wollte meine zwei Masterabschlüsse und das Erweiterungsstudium absolvieren. Ich wollte mehr wissenschaftliche Artikel für meine Masterarbeiten lesen, hatte aber nur wenige Stunden am Tag, in denen ich wirklich konzentriert Inhalte aufnehmen konnte.\nMeine Erklärung (ohne eine gescheite Analyse gemacht zu haben), warum ich und viele andere Menschen immer wieder den Drang nach MEHR individueller Produktivität verspüren, ist die Parallele zur kapitalistischen Produktivitätsperspektive und dem fundamentalen Wachstumsparadigma, das wir im globalen Norden seit unserer Kindheit erlebt haben.\nDie Vorstellung von konstantem Wachstum im Bereich der individuellen Produktivität erscheint absurd. Ein Zitat aus dem vielgelesenen und gehypten Buch \u0026ldquo;Atomic Habits\u0026rdquo; verdeutlicht dies: \u0026ldquo;Wenn du dich jeden Tag um 1% verbesserst, bist du nach einem Jahr 37-mal besser\u0026rdquo; (frei übersetzt) . Dieses Zitat ist ein hervorragendes Beispiel für die Abstraktion des WAS und der Fokus auf das WIE. Wenn ich jeden Tag 1% Besser werden (Wie sieht 1% Besser eigentlich aus?) dann bin ich am Ende des Jahres 37mal besser - Wait WHAT?. Das Zitat verdeutlicht, warum dieses Paradigma in der Produktivitäts-Blase so vorherrscht. Zwar waren viele Passagen aus dem Buch nützlich und haben neue Gedanken angeregt, und ja das Zitat ist mit Sicherheit (hoffentlich) nicht wörtlich gemeint, trotzdem zeigt es welches Paradigma in der Produktivitätsbuble so vorherrscht\nMein System entstand aus dem Wunsch heraus, zu testen, ob ich zwei Masterstudiengänge gleichzeitig bewältigen kann. Dazu musste ich alle Aufgaben, Vorlesungen, Prüfungen und Deadlines koordinieren. Schnell stellte ich jedoch fest, dass ich nicht abschalten konnte und immer das Gefühl hatte, nicht genug getan zu haben. Trotzdem wollte ich auch noch mein Vorhaben, das Erweiterungsstudium in der gleichen Zeit durchzuführen, umsetzen. Mit jeder neuen Anforderung habe ich etwas ausprobiert, um diese Aufgabenfülle zu bewältigen. Wenn es mir die Arbeit erleichterte oder meine Vorhaben ermöglichte, war ich zufrieden und setzte noch etwas drauf - im Nachhinein an verschiedenen Stellen ziemlich dämlich. Ehrlich gesagt, war eine Motivation, mir immer mehr aufzuladen, auch der Test: Schaffe ich das? Wann fahre ich gegen die Wand? Und ich bin es. Aber der Hauptgrund, warum die 10 Monate mit zwei Masterarbeiten und dem Eintauchen in Data Science so eine schöne und fordernde Zeit waren, war, weil es mir Freude gemacht hat. Leider hatte und habe ich ein Übergewicht auf der Arbeit, was mir langfristig nicht guttut. Manchmal habe ich es geschafft, so viel Abstand vom Studium zu bekommen, dass ich mich ungeplant Dingen und Aktivitäten hingegeben habe. Diese Phasen habe ich unglaublich genossen und waren häufiger Anstoß für sehr produktive Veränderungen und Ideen. Mein aktuelles Ziel ist es, mein Produktivitätssystem so umzugestalten, dass es mir mehr solcher Phasen ermöglicht.\nWarum schreibe ich das alles? Wie eingangs beschrieben, war ich überrascht über den Ton, den meine Systembeschreibung angenommen hat. Warum er diesen Ton angenommen hat (und vielleicht auch immer noch hat), weiß ich nicht. Möglicherweise kopiere ich den Ton von anderen oder er wird eher im Subtext transportiert. Als ich dies feststellte, versuchte ich mein System kritisch zu hinterfragen und stellte mir explizit die Frage: \u0026ldquo;Was versuchst du zu erreichen, indem du die Praktiken anwendest und den von dir aufgestellten Regeln folgst?\u0026rdquo; Meine Antwort darauf war dreiteilig:\nDas System reduziert meine Belastung und den Druck, den ich mir mache. Ich schreibe mir alles auf, was ich glaube, was wichtig ist, und dank Obsidian (thank me later 😉) finde ich es auch wieder! Dieses Wissen, sehr wenig zu vergessen, hilft mir enorm. Es gibt mir Sicherheit und schafft Abstand. Ich habe fest eingeplante Zeitslots, und an denen geht nichts vorbei! In diesen plane ich meine anstehenden Aufgaben und reflektiere am Ende der Woche, was war. Diese Praktiken ermöglichen es mir, einen Schritt zurückzutreten und auf das große Ganze zu blicken. Das gibt mir Sicherheit, wenn es unübersichtlich wird, und schafft Distanz und Raum für anderes. Ich mag es, meine Zeit effektiv zu nutzen, und ich glaube, dass das System hilft, dies zu erreichen. (Anmerkung am Rande: Schaffe ich es immer, diese Ziele durch mein System zu erreichen? NOP! Das ist aber auch nicht schlimm, für mich geht es darum, in eine Richtung zu gehen, die mein Wohlbefinden steigert.) Mehr zu leisten ist also nur ein Teil und tatsächlich nur (etwas zugespitzt) ein Beiprodukt von meinem System. Diese Erkenntnis hat mich überrascht und ist der Grund für diesen Post. Ich glaube nämlich, dass ein Produktivitätssystem, das zu einer Person passt, viel mehr und wichtigeres leisten kann als eine stupide Output-Erhöhung.\nMein Plädoyer für eine \u0026ldquo;sinnvolle\u0026rdquo; Perspektive auf Produktivität ist: Wir sollten uns mehr Gedanken darüber machen, was wir erreichen wollen, bevor wir uns Hals über Kopf in die Frage stürzen, wie wir es erreichen können. Für mich bedeutet ein Produktivitätssystem, dass es mir guttut und meine Bedürfnisse befriedigt werden können. Wir sind alle mit verschiedenen Aufgaben und Arbeiten konfrontiert, die zum Leben dazugehören. Sei es Lohnarbeit, Bildung, der Haushalt, die Familie oder Ehrenamt etc., all diese Notwendigkeiten müssen erledigt werden. Ein Produktivitätssystem sollte meiner Meinung nach diese Notwendigkeiten mit möglichst wenig Aufwand und möglichst wenig “Verausgabung von menschlichem Hirn, Muskel, Nerv, Hand\u0026quot; (um einmal Marx zu zitieren 😉) erledigen, um mehr Zeit für sich und die nicht-notwendigen Dinge zu haben.\n","date":"12 April 2023","externalUrl":null,"permalink":"/posts/2023-04-plaedoyefuerproduktivitaet/","section":"Posts","summary":"Individuelle Produktivitätssysteme, können mehr als nur helfen, effektiver zu arbeiten. Für mich ist ein gutes Produktivitätssystem eines, das Routinen und Praktiken beinhaltet, die unser Wohlbefinden verbessern.","title":"Ein Plädoyer für eine andere Perspektive auf Produktivität💯","type":"posts"},{"content":"","date":"12 April 2023","externalUrl":null,"permalink":"/categories/reflection/","section":"Hier schreibe ich vor allem über drei Themen 📝:","summary":"","title":"Reflection","type":"categories"},{"content":"","date":"6 März 2023","externalUrl":null,"permalink":"/categories/mobility/","section":"Hier schreibe ich vor allem über drei Themen 📝:","summary":"","title":"Mobility","type":"categories"},{"content":" Die Kosten des privaten Autobesitzes sind viel höher als die Gebühren und Steuern, die von den Fahrzeugbesitzern gezahlt werden (z.B. für die Straßeninfrastruktur, öffentliche Parkplätze, Umwelt-Luft- und Lärmbelastung, mögliche Folgen des Klimawandels, aber auch Unfälle oder andere gesundheitliche Schäden). Diese Kosten werden häufig unterschätzt. Diese Kosten werden von den \u0026ldquo;weniger als durchschnittlichen Fahrern\u0026rdquo;, Bewohnern ohne Auto und der zukünftigen Gesellschaft getragen. Die Lock-in-Effekte des Autos (bestehende Infrastruktur, mangelnde Mobilitätsalternativen, relativ niedrige variable Kosten des Autos) a) setzen falsche Anreize für die Automobilität und b) führen dazu, dass je geringer das Einkommen, desto stärker die Haushalte von den Autokosten belastet werden. Mein erster Artikel/Beitrag hier auf dieser Website ist eine Zusammenfassung des open-access Articles von Gössling Kees und Litman The lifetime cost of driving a car | Elsevier Enhanced Reader. Ein Artikel der die Kosten von dem Besitz und der Nutzung von Autos in Deutschland analysiert. Aus diesem Artikel möchte ich die meines Erachtens sechs wichtigsten Aspekte mit euch teilen.\nGrundsätzlich lassen sich die Kosten eines Autos in zwei Kategorien einteilen a) Private Kosten also jenen die von den Autobesitzenden getragen werden und soziale Kosten also jene die von der Gemeinschaft getragen werden.\nDie realen privaten Kosten für ein Auto werden unterschätzt # Die privaten/individuellen Kosten eines Autos werden oft unterschätzt. Eine weitere Studie (Nature 580, 453-455 (2020)) zeigt, dass viele Individuen primär die variablen Kosten wie Tanken und Reparaturen berücksichtigen und im Durchschnitt die realen Kosten um über 50% unterschätzen. Darüber hinaus werden Kosten fürs Parken oder durch Stau ebenfalls vom ADAC nicht berücksichtigt. Laut der Studie sind die privaten Kosten eines Autos um 12-15% höher als die Daten vom ADAC.\nObwohl diese Erkenntnisse beeindruckend sind, ist ihre gesellschaftliche Relevanz erstmal begrenzt, da Autobesitzer nur glauben, dass die Kosten geringer sind jedoch für die Kosten aufkommen. Aus verhaltenspsychologischer Sicht ist der Unterschätzungseffekt jedoch relevant, da so der Kostenvergleich zwischen dem Autobesitz und anderen Optionen wie öffentlichem Nahverkehr oder Carsharing schlechter ausfällt.\nLock-In Effekte des Autos # Der Lock-in-Effekt von PKWs ist ein Phänomen, bei dem Autobesitzer:innen zunehmend auf ihr Auto als Mobilitätsmodus zurückgreifen. Dies ist auf die anfängliche Investition und die nutzungsunabhängigen Kosten zurückzuführen. Die Kosten für den Autokauf, die jährlichen Steuern und zu einem großen Teil die Versicherungskosten sind unabhängig von der Nutzung des Autos. Tatsächlich sinken die relativen Kosten pro Kilometer für diese drei Faktoren bei steigender Nutzung des Autos. Für Autobesitzer:innen ist es daher rational, das Auto zu nutzen, vor allem wenn sie vor der Wahl stehen, z.B. ob sie eine Strecke mit dem ÖPNV oder dem eigenen Auto zurücklegen. Dies ist eine psychologische Barriere für den Wechsel zu einem anderen Verkehrsmittel. Der Lock-in-Effekt von PKWs trägt wesentlich zur Verbreitung des Autobesitzes und der Autonutzung bei.\nViele Kosten die Autobesitz und Nutzung verursacht werden nicht von Verursacher:innen getragen # Der zweite und gesellschaftlich relevantere Punkt der Studie betrachtet die sozialen Kosten des Autos. Das Argument ist (und dieses teile ich), dass viele Kosten wie kostenlose oder kostengünstige Parkplätze, Straßenbau und -instandhaltung, Umwelt-, Luft- und Lärmverschmutzung, Klimawandel und Gesundheitsschäden durch Autonutzung entstehen.\nDiese Kosten die durch die individuelle Nutzung bzw. den individuellen Besitz (ein Großteil der Schadschöpfung passiert in der Produktion des Autos - auch E-Autos) werden jedoch nicht von den privaten Autobesitzenden getragen, sondern von allen. Obwohl die Kosten für Lärmverschmutzung schwer zu berechnen sind, hat die Studie mittels verschiedener Methoden einen Wert für die sozialen Kosten bestimmt. Die Ergebnisse haben mich erschreckt. Die Grafik veranschaulicht die Verhältnisse für drei Automodelle.\n(Quelle - The lifetime cost of driving a car | Elsevier Enhanced Reader)\nDie sozialen Kosten werden nicht von den privaten Autobesitzenden getragen, sondern von Nicht-Autobesitzenden, wenig Fahrenden und insbesondere von zukünftigen Generationen in Bezug auf die Kosten des Klimawandels.\nDie Kostenverteilung des Autos ist unfair und verstärkt Ungleichheiten # Es ist ein elementarer Teil eines sozial Staates, dass privilegierte Menschen für weniger privilegierte Menschen aufkommen, und aus meiner Sicht ist das völlig richtig. Wenn wir uns aber die sozialen Kosten des Autos anschauen, stellen wir fest, dass es nicht die privilegierten Menschen sind, die diese tragen, sondern genau umgekehrt.\nDiese Aussage lässt sich vereinfacht darauf zurückführen, dass je reicher die Menschen in Deutschland sind, desto mehr Autos haben sie im Durchschnitt, und je mehr Autos ein Haushalt besitzt und nutzt, desto höher sind die Kosten, die von denjenigen getragen werden, die kein Auto haben, wenig fahren oder noch nicht Autofahren können (zukünftige Generationen). Zudem sind vor allem Menschen mit geringerem Einkommen von den sozialen Kosten wie Luft- und Lärmverschmutzung betroffen, da sie es sich nicht leisten können, in verkehrsberuhigten Gegenden zu wohnen.\nDieses Ungleichgewicht ist erheblich, vor allem wenn wir die Kosten des Klimawandels und die tragenden zukünftigen Generationen und MAPAs (Most Affected People and Areas) mit einbeziehen.\u0026quot;\nPrivate Autos sind fast “nicht leistbar” # Diese These ist wirklich steil! Zum Glück kommt sie nicht von mir, sondern ist eine etwas provokante Interpretation der Analyse des Artikels. Diese Passage der Analyse hat mich wirklich überrascht. Nach dem Housing and Transportation Index liegen die Kosten für Wohnen und Mobilität unter 45% des Netto-Haushaltseinkommens, wenn sie leistbar sind. Jetzt wird es wirklich erschreckend: Die folgende Tabelle veranschaulicht sowohl die durchschnittlichen monatlichen privaten Kosten als auch die monatlichen privaten und sozialen Kosten, die Gössling et. al. für die drei Automodelle Opel Corsa, VW Golf und Mercedes GLC berechnet haben.\nMonatliche… Opel Corsa VW Golf Mercedes GLC Private Kosten 554,67 EURO 636,67 EURO 1068,70 EURO Private + Soziale Kosten 944,26 EURO 1031,02 EURO 1508,17 EURO Wenn man annimmt, dass man 30 % des Nettoeinkommens für die Miete ausgibt (was als leistbar angesehen wird), bleiben noch 15 % des Nettoeinkommens für die Mobilität. Wir können also berechnen, wie viel ein Haushalt verdienen muss, damit ein Auto nach dem HT-Index leistbar ist. Wenn man die privaten Kosten von 554,67 Euro pro Monat für den Opel Corsa nimmt, muss man für dieses Auto ein Nettoeinkommen von ca. 3.700 Euro haben. Wenn der Haushalt auch die sozialen Kosten tragen würde, müsste er ein Nettoeinkommen von ca. 6.300 Euro haben, um das Auto noch leistbar zu halten. WHAT THE F***\nEs ist zu beachten, dass die privaten Kosten auch geringer sein können, wenn man alte, gebrauchte Autos kauft, welche den größten Teil ihres monetären Wertes bereits verloren haben, jedoch ihren funktionalen Wert (die Möglichkeit zu fahren) beibehalten haben. Gössling et al. gehen in ihrer Analyse von einem Zyklus von alle 5 Jahren ein neues Auto aus. Trotzdem werden die Dimensionen deutlich. Hier eine Übersicht des nötigen monatlichen Nettoeinkommens, damit das Auto noch leistbar ist:\nerforderliches monatliches Nettoeinkommen bei\u0026hellip; Opel Corsa VW Golf Mercedes GLC 20% Mietkosten 25% private Kosten 2220 EURO 2544 EURO 4276 EURO 20% Mietkosten 25% private + soziale Kosten 3780 EURO 4124 EURO 6032 EURO 25% Mietkosten 20% private 2775 EURO 3185 EURO 5335 EURO 25% Mietkosten 20% private + soziale Kosten 4725 EURO 5155 EURO 7540 EURO 30% Mietkosten 15% private Kosten 3700 EURO 4240 EURO 7120 EURO 30% Mietkosten 15% private + soziale Kosten 6300 EURO 6875 EURO 10500 EURO Ich finde diese Zahlen ziemlich beeindruckend ….\nBekannte Vorschläge in einem anderen Licht # Was machen wir nun mit der Analyse von Gössling et. al.? Aus meiner Sicht zeigt sie zwei sehr wichtige Dinge auf: Zum einen, wie viel individueller PKW-Besitz und -Nutzung sowohl für die Gesellschaft als auch für Privatpersonen kostet und dass die sozialen Kosten vor allem von denjenigen getragen werden, die sie nicht verursachen und zudem weniger privilegiert sind. Zum anderen wird, wenn auch weniger fokussiert, aufgezeigt, warum das Auto so stark genutzt wird (Lock-in-Effekt). Ein weiterer Faktor, der die Wahl des Autos verstärkt, ist die fehlende Attraktivität der Alternativen. Hier empfehle ich das Buch \u0026ldquo;Autokorrektur\u0026rdquo; von Katja Diehl (Kudos an dieser Stelle - danke für deine Energie!) Sie beschreibt treffend, wie die Gelbwesten-Bewegung in Frankreich ein guter Beweis dafür ist, dass die Wende hin zu einer klimafreundlichen Mobilität nicht auf Kosten der weniger privilegierten und benachteiligten Menschen gehen darf. Ich denke, dass der Dreh- und Angelpunkt der Wende die Schaffung attraktiver klimafreundlicher Alternativen zum Auto ist. Erst durch Katjas Buch habe ich mir zum ersten Mal die Frage gestellt, ob ich wirklich Auto fahren will oder ob die Alternativen miserabel sind.\nFolgende Vorschläge halte ich für einen guten Schritt hin zu einer klimafreundlichen Mobilität:\nEinführung eines sinnvollen CO2-Preises mit Umlage auf private Haushalte, sodass Menschen davon profitieren, weniger Emissionen zu verursachen Privatisierung der sozialen Kosten der Autonutzung (Parkplatz, Infrastruktur usw.), Anwendung von Maßnahmen zur Förderung ressourceneffizienter Verkehrsmittel (Gehen, Radfahren, Carsharing, öffentliche Verkehrsmittel, Telearbeit) bessere Aufklärung über die Kosten von Privatfahrzeugen, um das Bewusstsein für die Bedeutung von fixen und variablen Kosten zu stärken und damit öffentliche und geteilte Mobilität attraktiver zu machen. ","date":"6 März 2023","externalUrl":null,"permalink":"/posts/2023-03_costs_of_driving_cars/","section":"Posts","summary":"Die Kosten ein Auto zu besitzen und zu nutzen werden unterschätzt und zu großen Teilen von der Gesellschaft getragen. 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Ich habe mich durch die einzelnen Beispielseiten geklickt, die das Thema verwenden, nur um zu schauen, wie andere das Thema umgesetzt haben und was sich alles machen lässt.\nSchon die URL www.klimafreundlicher-kochen.de hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen und ich wurde nicht enttäuscht. Auf dieser Webseite präsentiert Max verschiedene Rezepte. Soweit nichts Besonderes, aber was diesen Blog besonders macht, ist, dass es zu jedem Rezept einen CO2-Fußabdruck dazu gibt. Die Mengen sind immer für ca. 2 Personen angegeben und die CO2-Daten werden aus Lebenszyklus-Analyse-Studien gewonnen.\nMir gefallen an diesem Blog drei Aspekte:\nDer direkte Link zwischen Rezept und dem jeweiligen CO2 Fußabdruck # Es ist allgemein bekannt, dass unsere Ernährung und die Art und Weise, wie unser Nahrungssystem global organisiert ist, für einen erheblichen Teil der Verantwortung verantwortlich ist. Es ist auch bekannt das Tierische Produkte mehr Emissionen verursachen als pflanzliche. Aber welche Zutaten verursachen wieviel CO2? Auf www.klimafreundlicher-kochen.de ist für jedes Rezept dargestellt, welchen Anteil die jeweiligen Zutaten am Gericht und am CO2-Fußabdruck des Gerichtes haben. Für alle, die sehen wollen, wieviel ein Gericht an Emissionen verursacht, und welche Produkte besonders große Auswirkungen haben, ist diese Darstellung wirklich genial.\nHier ein Beispiel von einer vegetarischen Pide.\nDie Transparenz # Zum einen beschreibt Max, wie er den CO2-Fußabdruck des jeweiligen Berichts berechnet und dass es sich nur um eine Schätzung handelt. Dazu zählt auch, was alles nicht mit eingerechnet wird, z.B. der Einkaufsweg. Außerdem stellt er alle Quellen zur Verfügung (inklusive einer Übersichtstabelle aller Lebensmittel und deren CO2-Fußabdrücke), die er verwendet. Am meisten begeistert mich jedoch der Aufruf: wenn jemand Vorschläge oder Daten hat, mit denen die Schätzungen verbessert werden können, soll er sich doch bei Max per E-Mail melden. (Wenn ich so etwas lese, bekommen die Autor:innen bei mir immer direkt Pluspunkte 😜)\nDie Einordnung der Nahrungsthematik zum Klimawandel # Es isst klar, dass eine Ernährung mit einem geringen CO2-Fußabdruck nicht die Klimakrise löst, aber trotzdem hat unser globales Ernährungssystem einen Anteil von 34 % an den globalen Treibhausgasemissionen (Quelle - Nature).\nDamit hat die Art und Weise, wie wir uns als Menschheit ernähren, einen relevanten und erheblichen Einfluss auf das Klima. Wie Max schreibt: “Wenn wir drei Mal am Tag etwas essen, dann haben wir jedes Jahr über 1000 Möglichkeiten, uns zu entscheiden, wie klimafreundlich wir uns ernähren”. Er sagt außerdem und diesen Standpunkt teile ich: Es lässt sich beim Essen und Kochen gut experimentieren, was alles geht. Da wir jeden Tag essen, ist es nichts Weltbewegendes, wenn mal ein Rezept nicht schmeckt. 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Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass neben den Regelungen der DSGVO nationale Datenschutzvorgaben in Ihrem bzw. unserem Wohn- oder Sitzland gelten können. Sollten ferner im Einzelfall speziellere Rechtsgrundlagen maßgeblich sein, teilen wir Ihnen diese in der Datenschutzerklärung mit.\nBerechtigte Interessen (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. f) DSGVO) - Die Verarbeitung ist zur Wahrung der berechtigten Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich, sofern nicht die Interessen oder Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person, die den Schutz personenbezogener Daten erfordern, überwiegen.Zusätzlich zu den Datenschutzregelungen der DSGVO gelten nationale Regelungen zum Datenschutz in Deutschland. Hierzu gehört insbesondere das Gesetz zum Schutz vor Missbrauch personenbezogener Daten bei der Datenverarbeitung (Bundesdatenschutzgesetz – BDSG). Das BDSG enthält insbesondere Spezialregelungen zum Recht auf Auskunft, zum Recht auf Löschung, zum Widerspruchsrecht, zur Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten, zur Verarbeitung für andere Zwecke und zur Übermittlung sowie automatisierten Entscheidungsfindung im Einzelfall einschließlich Profiling. Des Weiteren regelt es die Datenverarbeitung für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses (§ 26 BDSG), insbesondere im Hinblick auf die Begründung, Durchführung oder Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen sowie die Einwilligung von Beschäftigten. Ferner können Landesdatenschutzgesetze der einzelnen Bundesländer zur Anwendung gelangen.\nEinsatz von CookiesCookies sind kleine Textdateien, bzw. sonstige Speichervermerke, die Informationen auf Endgeräten speichern und Informationen aus den Endgeräten auslesen. 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Die Serverlogfiles können zum einen zu Zwecken der Sicherheit eingesetzt werden, z.B., um eine Überlastung der Server zu vermeiden (insbesondere im Fall von missbräuchlichen Angriffen, sogenannten DDoS-Attacken) und zum anderen, um die Auslastung der Server und ihre Stabilität sicherzustellen; Rechtsgrundlagen: Berechtigte Interessen (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. f) DSGVO); Löschung von Daten: Logfile-Informationen werden für die Dauer von maximal 30 Tagen gespeichert und danach gelöscht oder anonymisiert. Daten, deren weitere Aufbewahrung zu Beweiszwecken erforderlich ist, sind bis zur endgültigen Klärung des jeweiligen Vorfalls von der Löschung ausgenommen.Kontakt- und AnfragenverwaltungBei der Kontaktaufnahme mit uns (z.B. per Kontaktformular, E-Mail, Telefon oder via soziale Medien) sowie im Rahmen bestehender Nutzer- und Geschäftsbeziehungen werden die Angaben der anfragenden Personen verarbeitet soweit dies zur Beantwortung der Kontaktanfragen und etwaiger angefragter Maßnahmen erforderlich ist.\nVerarbeitete Datenarten: Kontaktdaten (z.B. E-Mail, Telefonnummern); Inhaltsdaten (z.B. Eingaben in Onlineformularen); Nutzungsdaten (z.B. besuchte Webseiten, Interesse an Inhalten, Zugriffszeiten); Meta-, Kommunikations- und Verfahrensdaten (z. B. IP-Adressen, Zeitangaben, Identifikationsnummern, Einwilligungsstatus).Betroffene Personen: Kommunikationspartner.Zwecke der Verarbeitung: Kontaktanfragen und Kommunikation; Verwaltung und Beantwortung von Anfragen; Feedback (z.B. 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Werden die Sie betreffenden personenbezogenen Daten verarbeitet, um Direktwerbung zu betreiben, haben Sie das Recht, jederzeit Widerspruch gegen die Verarbeitung der Sie betreffenden personenbezogenen Daten zum Zwecke derartiger Werbung einzulegen; dies gilt auch für das Profiling, soweit es mit solcher Direktwerbung in Verbindung steht.Widerrufsrecht bei Einwilligungen: Sie haben das Recht, erteilte Einwilligungen jederzeit zu widerrufen.Auskunftsrecht: Sie haben das Recht, eine Bestätigung darüber zu verlangen, ob betreffende Daten verarbeitet werden und auf Auskunft über diese Daten sowie auf weitere Informationen und Kopie der Daten entsprechend den gesetzlichen Vorgaben.Recht auf Berichtigung: Sie haben entsprechend den gesetzlichen Vorgaben das Recht, die Vervollständigung der Sie betreffenden Daten oder die Berichtigung der Sie betreffenden unrichtigen Daten zu verlangen.Recht auf Löschung und Einschränkung der Verarbeitung: Sie haben nach Maßgabe der gesetzlichen Vorgaben das Recht, zu verlangen, dass Sie betreffende Daten unverzüglich gelöscht werden, bzw. alternativ nach Maßgabe der gesetzlichen Vorgaben eine Einschränkung der Verarbeitung der Daten zu verlangen.Recht auf Datenübertragbarkeit: Sie haben das Recht, Sie betreffende Daten, die Sie uns bereitgestellt haben, nach Maßgabe der gesetzlichen Vorgaben in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format zu erhalten oder deren Übermittlung an einen anderen Verantwortlichen zu fordern.Beschwerde bei Aufsichtsbehörde: Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und unbeschadet eines anderweitigen verwaltungsrechtlichen oder gerichtlichen Rechtsbehelfs, haben Sie ferner das Recht, bei einer Datenschutzaufsichtsbehörde, insbesondere einer Aufsichtsbehörde im Mitgliedstaat, in dem Sie sich gewöhnlich aufhalten, der Aufsichtsbehörde Ihres Arbeitsplatzes oder des Ortes des mutmaßlichen Verstoßes, eine Beschwerde einzulegen, wenn Sie der Ansicht sei sollten, dass die Verarbeitung der Ihre Person betreffenden personenbezogenen Daten gegen die DSGVO verstößt. 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Die Nutzung und der Zugriff auf diese Seiten erfolgt daher auf eigene Gefahr.\nCreative Commons Lizenzen: CC BY-NC-SA # Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International CC BY-NC-SA\nDiese Lizenz erlaubt es Ihnen, die Arbeit auf dieser Website zu verändern, anzupassen und auf ihr aufzubauen, solange Sie Ihre neuen Kreationen unter denselben Bedingungen lizenzieren.\n","date":"8 Januar 2023","externalUrl":null,"permalink":"/impressum/","section":"Willkommen auf meinem Blog! 👋","summary":"","title":"Impressum","type":"page"},{"content":" Warum gibt es diesen Blog: # Weil Mama sagte: \u0026ldquo;Zeichne deinen Plan erstmal auf\u0026rdquo;.\nAls Kind mochte ich Apfelsaft hundertmal mehr als Äpfel. Und ich war – und bin es immer noch – eher faul, wenn es um körperliche Arbeit geht, die mir keinen Spaß macht. Daher kam mir die Idee, das Bächlein in der Nähe der Apfelbäume anzuzapfen und mit Wasserkraft und richtig gespannten Fangnetzen die Apfelsafterzeugung zu automatisieren. Diese in meinem Kopf ausgereifte und funktionierende Idee stellte ich Mama begeistert vor. Ihre Antwort: \u0026ldquo;Zeichne deinen Plan erstmal auf.\u0026rdquo;\nDas habe ich dann probiert und bin relativ schnell an der Umsetzung gescheitert. In meinem Kopf war das irgendwie alles einfacher.\nSo geht es mir immer noch mit Themen, mit denen ich mich beschäftige. In meinem Kopf wirkt alles so einfach und klar, aber wenn ich es in Gesprächen zu erläutern versuche, ist es eher dünn und wenig verständlich. Deswegen gibt es diesen Blog. Es geht weniger darum, viele Menschen zu erreichen. Das ist auch der Grund, warum es keine Cookies oder Tracker auf diesem Blog gibt. Es ist zwar schön, wenn Leute meine Beiträge spannend finden und einen Mehrwert daraus ziehen können, aber das ist nicht das primäre Ziel. 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Diese Website wird Rechtschreibfehler enthalten, aber sie ist dennoch eine Quelle wertvoller Informationen und Einsichten. Ich glaube, dass meine Ansichten nützlich sein können, obwohl die Rechtschreibung nicht perfekt ist. Ich hoffe, dass ich durch die Ehrlichkeit, mit der ich meine Situation schildere, den Fokus auf die Inhalt legen kann. Außerdem lassen sich andere Legastheniker vielleicht ermutigen(ich weiß ihr seid da draußen!), ihre Gedanken und Ideen mitzuteilen, unabhängig von ihren Rechtschreibfähigkeiten. Ich möchte zeigen, dass großartige Ideen von jedem kommen können und dass Rechtschreibung kein Hindernis für die Kommunikation sein sollte. 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In den meisten Fällen wurde Effizienz implizit als „output-bezogen“ interpretiert, was auf eine stillschweigende Übereinstimmung im Bereich der Organisationsstudien hinweist, dass das Ziel von Organisationen oft Gewinnmaximierung ist. Diese einseitige Sichtweise könnte jedoch wichtige Perspektiven und Einsichten ausschließen, insbesondere in einer Welt, in der unterschiedliche Organisationen vielfältige Ziele verfolgen. Unsere Diskussion führte uns zu der Erkenntnis, dass eine präzisere Verwendung des Begriffs „Effizienz“ notwendig ist, um Missverständnisse zu vermeiden und die Vielfalt der Organisationsziele besser zu berücksichtigen. Wir hoffen, dass dieser Beitrag zur Diskussion über die Notwendigkeit beiträgt, den Begriff „Effizienz“ in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und in den Vorlesungssälen genauer zu definieren und zu hinterfragen. Hier der Link zu dem ausführlicheren Beitrag in Englisch.\n","date":"14 Oktober 2020","externalUrl":null,"permalink":"/posts/2020-10_efficiency_efficiency_everywhere_efficiency/","section":"Posts","summary":"Auch in wissenschaftlichen Papieren wurde der Begriff „Effizienz“ oft ohne Kontext verwendet, was zu Missverständnissen führen kann","title":"Efficiency Efficiency Everywhere Efficiency (repost)","type":"posts"},{"content":"","externalUrl":null,"permalink":"/authors/","section":"Authors","summary":"","title":"Authors","type":"authors"},{"content":"","externalUrl":null,"permalink":"/series/","section":"Series","summary":"","title":"Series","type":"series"}]